/ 20.06.2013
Daniela Münkel
Willy Brandt und die "Vierte Gewalt" Politik und Massenmedien in den 50er bis 70er Jahren
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2005 (Campus Historische Studien 41); 332 S.; kart., 29,90 €; ISBN 3-593-37871-XHabilitationsschrift Hannover; Gutachterin: A. von Saldern. – Die Autorin vertritt die These, „dass im Laufe der sechziger Jahre ein beschleunigter Transformationsprozess vonstatten ging, der eine verstärkte Medialisierung der Politik bei gleichzeitiger Politisierung der Medien und des öffentlichen Raums zur Folge hatte“ (12 f.). Sie untersucht die Medienpolitik der SPD und CDU, deren Öffentlichkeitsarbeit sowie Werbestrategien und die politische Berichterstattung der Medien. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht Willy Brandt, der erste „Medienkanzler“. Seinem Politikstil komme eine herausragende Rolle zu. Damit widerlegt Münkel die populäre Ansicht, dass sich der Wandel zur Mediendemokratie erst mit dem Aufkommen des Privatfernsehens und dem Bindungsverlust der Volksparteien zu ihren Wählern vollzogen habe. Schon unter Brandt habe es ein„zeitlich begrenzte[s] Bündnis zwischen dem Bundeskanzler und großen Massenmedien“ gegeben „mit dem gemeinsamen Ziel einer Reform von Politik und Gesellschaft“ (301).
Markus Linden (LIN)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, SFB 600 - Teilprojekt C7 "Die politische Repräsentation von Fremden und Armen", Universität Trier.
Rubrizierung: 2.333 | 2.332 | 2.331 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Markus Linden, Rezension zu: Daniela Münkel: Willy Brandt und die "Vierte Gewalt" Frankfurt a. M./New York: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24915-willy-brandt-und-die-vierte-gewalt_28805, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28805
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Mitarbeiter, SFB 600 - Teilprojekt C7 "Die politische Repräsentation von Fremden und Armen", Universität Trier.
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