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Thema: Armut im Wohlstand

Wessen Stimme zählt?
Wechselwirkungen sozialer und politischer Ungleichheit in Deutschland

Heinrich Zille Vor dem WeihnachtsladenArm zu sein, bedeutet nicht nur, nicht konsumieren zu können. Bild: „Vor dem Weihnachtsladen“ von Heinrich Zille aus dem Jahr 1875 (Public Domain / PD-1923)„Wer einer unteren sozialen Klasse angehört, hat eine geringere Chance darauf, dass seine oder ihre Anliegen politisch umgesetzt werden“, stellt Lea Elsässer fest. In ihrer Dissertation „Wessen Stimme zählt?“ weist sie nach, dass in Deutschland eine starke soziale Schieflage in der politischen Repräsentation besteht. So zeigt ihre Analyse sozialpolitischer Entscheidungen von 1980 bis 2013, dass diese deutlich zugunsten der oberen Berufsgruppen ausfielen. Der in diesem Zeitraum vollzogene Wandel des Sozialstaats ist laut Elsässer „durch eine verstärkte Orientierung von (sozialdemokratischen) Parteien an der Mittel- und Oberschicht zustande“ (190) gekommen und die ehemalige Kernwählerschaft der Sozialdemokratie sei weder von der SPD noch von irgendeiner anderen Partei erfolgreich repräsentiert worden. Die steigende Homogenität der politischen Eliten wird damit kritisch ausgeleuchtet, stellt Tamara Ehs in ihrer Rezension des Buches fest. Elsässer zeige die Wechselwirkungen zwischen sozialer und politischer Ungleichheit auf und verdeutliche mit ihrer Studie, inwiefern die Ungleichverteilung von sozioökonomischen Ressourcen den demokratischen Anspruch auf gleiche Partizipations- und Einflusschancen gefährdet. Langfristig führe eine mangelhafte politische Repräsentation, so die Warnung, zum Vertrauensverlust.
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Thema: Digitale Welt

Human + Machine
KI und die Zukunft der Arbeit

Cover HumanMachinePaul Daugherty und H. James Wilson, beide langjährige Mitarbeiter von Accenture, sind davon überzeugt, dass die Maschinen nicht die Weltherrschaft übernehmen und die Menschen am Arbeitsplatz nicht überflüssig machen werden. An zahlreichen praktischen Beispielen zeigen sie anschaulich, dass KI-Systeme vielmehr die menschlichen Fähigkeiten verstärken und damit Produktivitätszuwächse ermöglichen, die zuvor nicht möglich waren. Allerdings bleibt ihre Darstellung doch zu sehr an der Oberfläche, um völlig zu überzeugen, liefert gleichwohl aber wichtige Denkanstöße auch für die Politikwissenschaft.
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Thema: Donald Trump und die Polarisierten Staaten von Amerika

Trübe Aussichten für eine Verbesserung
Die russisch-amerikanischen Beziehungen nach dem Helsinki-Gipfel

Vladimir Putin Donald Trump in Helsinki 16 July 2018 3Kein Erfolg: Das Gipfeltreffen von Donald Trump und Vladimir Putin im Juli 2018 in Helsinki. Foto: Kremlin.ru (CC BY 4.0) Der US-amerikanische Präsident Donald Trump hatte vor, mit Charme und Überredungskünsten in einem Vier-Augen-Gespräch mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin einen Durchbruch oder zumindest eine merkliche Verbesserung in dem Verhältnis beider Staaten zueinander zu erzielen. Ist es ihm gelungen, diese Idee erfolgreich umzusetzen? Hannes Adomeit geht dieser Frage mit Blick auf das Gipfeltreffen der beiden Spitzenpolitiker in Helsinki im Juli 2018 nach. In seiner Analyse kommt er zu einem ernüchternden Ergebnis: Das Treffen hat weder zu einem Neustart noch zu dem Beginn einer möglichen Bereinigung der Beziehungen beigetragen, sondern eher zu deren Verschlechterung. Die Gründe dafür liegen, so Adomeit, einerseits im Fehlen eines kohärenten Ansatzes der US-Administration in ihrer Politik gegenüber der Regierung in Moskau und andererseits an deren Intransigenz: Russland sehe den US-amerikanischen Präsidenten eher als Instrument zur Einschränkung der Handlungsfähigkeit der USA an und weniger als kompetenten Verhandlungspartner, mit dem eine Lösung der angehäuften Probleme in einer für beide Seiten akzeptablen Weise erfolgen könnte.
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Rezension

Die Unübersichtlichkeit
Ein Dilemma spätmoderner Politik

In Anlehnung an Jürgen Habermas setzt sich Rames Abdelhamid mit dem Phänomen der Unübersichtlichkeit als ein Merkmal spätmoderner Politik auseinander. Er fragt, wie sich das Dilemma auflösen lässt, dass demokratische Wissensgesellschaften einerseits Komplexität und Kontingenz voraussetzen, andererseits durch jene verkompliziert werden. Neben Ursachen und Folgen der Unübersichtlichkeit geht der Autor auf die Rolle der Öffentlichkeit und des politischen Individuums ein. Um einer wachsenden Entpolitisierung zu entgehen, hält er eine gemeinsame Kompetenzsteigerung für unverzichtbar.
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Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Politik und Verantwortung
Zum Wandel der Praktiken

Der Begriff der Verantwortung habe seit den 1990er-Jahren in politischen Debatten Konjunktur, die Zuschreibungen von Verantwortlichkeit und ebenso die Anzahl verantwortlicher Akteure in der Politik seien gestiegen. Zugleich zeige sich eine Krise der Verantwortung, da deren Inhalte und Bereiche teils sehr unspezifisch seien. Die Herausgeber nehmen diese Beobachtung zum Anlass, anhand verschiedener politischer Handlungsfelder danach zu fragen, wie in der Politik die Akteure, die Gegenstände und die normativen Voraussetzungen der Verantwortung konstruiert und angewendet werden.
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