Portal für Politikwissenschaft

Thema: leben und arbeiten in der digitalen welt

Künstliche Intelligenz (KI) und Digitalisierung
Neue Systemvoraussetzungen für Multilateralismus und Demokratie

Foto Gerd Altmann PixabayFoto: Gerd Altmann / PixabayIn diesem Digirama stellt Tanja Thomsen Beiträge aus den Bereichen (Cyber-)Sicherheitspolitik, Partizipation, Gesellschaft, Völker- und Wirtschaftsrecht vor, in denen durch die Einführung von Digitalisierung und KI das Politische verschiedenen Wandlungsprozessen unterworfen sei. Als Klammer erweise sich die Erkenntnis, dass Digitalisierung und KI an sich keine Bedrohung für den Menschen nach Vorbildern aus der Science-Fiction darstellten, wohl aber Handlungsbedarf bestehe, die aktuellen Entwicklungen zu analysieren und je nach Ausgangslage möglichst gesamtgesellschaftlich mitzugestalten. So müssten strategische Fragen für die politische Gestaltung der digitalen Zukunft auf internationaler Ebene mitgedacht werden, weil die technologische Verflechtung verschiedenster staatlicher und nichtstaatlicher Akteure aufgrund globalisierter Waren-, Dienstleistungs-, Kommunikations- und Datenströme im hypervernetzten Zeitalter bereits Realität sei. KI und Digitalisierung stellten die neuen „Systemvoraussetzungen“ für Demokratie und Multilateralismus dar und läuteten einen Wandel ein, der so fundamental sei, dass sie nunmehr zur maßgeblichen Hardware würden, an das Demokratie und Multilateralismus sozusagen als Betriebssystem gestaltend anknüpfen müssten, da diese technischen Gegebenheiten und ihre Auswirkungen auf die conditio humana, aus der sie ja entstanden sind, nicht mehr verschwinden werden.
zum Digirama


Thema: Die lange Transformation

Lütten Klein
Die Transformationsgesellschaft

Steffen Mau beschreibt die ostdeutsche Lebenswelt. Dabei dient ihm das Rostocker Neubaugebiet Lütten-Klein, das zuletzt gut 40.000 Einwohner umfasste und als ein typisches Projekt der Wohnungspolitik der DDR galt, als „Fenster zur Beobachtung“ des sozialistischen Alltags. Seinen Ausführungen liegt die These „struktureller Brüche im ostdeutschen Entwicklungspfad“ zugrunde. Nach Meinung von Thomas Mirbach präsentiert Mau eine beeindruckende Diagnose, die soziale Deklassierungen und kulturelle Entwertungen herausarbeitet, die die Transformation der früheren DDR bis heute prägen und belasten.

weiterlesen

Thema: Die Polarisierten Staaten von Amerika

Nachdenken über Donald Trump
Auf dem Weg in die Demokratur?

Seit der Amtsübernahme durch Donald Trump sei in den USA, so Markus M. Müller, ein schleichender Ruin guter demokratischer Praxis zu beobachten. Anlass für diese Diagnose habe unter anderem das Verhalten des Präsidenten im Anschluss an die brutale Behandlung von George Floyd durch dieFoto: Rhododendrites / Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 4.0Nach dem Tod von George Floyd kam es vielerorts zu Protesten, wie hier auf dem Grand Army Plaza in New York, am 7. Juni 2020. Foto: Rhododendrites / Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 4.0 örtliche Polizei geboten, in deren Folge er zu Tode kam. Dieser Akt von Polizeigewalt habe friedliche Proteste und gewaltsame Unruhen ausgelöst, woraufhin der Präsident mit dem einseitigen militärischen Eingreifen gedroht habe. Darin haben viele eine rechtswidrige Überschreitung seiner Kompetenzen gesehen. Baut Trump das politische System um, ignoriert er die Gewaltenteilung zwischen Legislative und Exekutive ebenso wie zwischen Bund und Einzelstaaten oder hat er eine evolutive Verfassungsveränderung herbeigeführt? Müller konstatiert, dass die US-Verfassung nach dem Ausscheiden Trumps aus dem Amt unverändert sein wird. Denn in den USA gelte die Herrschaft des Gesetzes, und die Präsidentschaft, die Exekutive, sei tatsächlich nicht so stark wie vielfach angenommen. Das Amt des Präsidenten sei weniger durch formale Vollmachten fixiert, seine Macht basiere auf „Leadership“ – der Fähigkeit, als Führungsfigur wahr- und ernstgenommen zu werden. Zudem könne man sich auf eine aufmerksame Zivilgesellschaft verlassen. Ein Systemwandel vollziehe sich nicht und eine Autokratie sei nicht im Entstehen, lautet das Fazit.
zum Essay


Thema: digitale welt

Automatisierung der Arbeit
Segen oder Fluch?

Die Debatte über die Entwicklung von automatisierten Arbeitsprozessen und den Einsatz künstlicher Intelligenz sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen wird äußerst kontrovers geführt. Der britische Wirtschaftshistoriker Robert Skidelsky bietet hierzu einige gedankliche Anstöße. In vier Essays befasst er sich mit der Idee von einer Zukunft ohne Arbeit sowie den anthropologischen Vorstellungen einiger Verfechter von künstlicher Intelligenz. Weitere Themen sind Arbeitszeitverkürzungen und die Abfederung möglicher prekärer Entwicklungen.


zur Rezension

suchen & finden

Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Rezension

Königreich der Angst
Gedanken zur politischen Krise

Der Wahlsieg von Donald Trump 2016 war der Auslöser für Martha Nussbaums Buch, denn – so ihre Wahrnehmung – die Gesellschaft der USA sei von einer vielgestaltigen Angst durchdrungen. Die Autorin befasst sich mit dem Zusammenhang von Angst und anderen Emotionen wie Wut, Ekel und Neid. Eine differenzierte Analyse der sozialen Voraussetzungen einer politischen Mobilisierung von Emotionen wird nicht geboten, wie Thomas Mirbach festhält. Vielmehr entwickelt Nussbaum eine ideengeschichtlich gestützte Phänomenologie basaler Emotionen, die destruktive Effekte für die Demokratie entwickeln können.

zur Rezension

Suchen...