Portal für Politikwissenschaft

Thema: Die Krise der Europäischen Union

Die EU im Krisenmodus
Jan Zielonka und Christian Lahusen über Illiberalismus und soziale Spaltung in Europa

03 Sammelrez Zielonka u LahusenDie liberale Idee und der soziale Zusammenhalt in der EU scheinen massiv gefährdet zu sein. Was lässt sich gegen die Spaltung tun? Foto: Lukasz Kobus / EU-KommissionZwei im Campus Verlag erschienene Monografien widmen sich der aktuellen Krisendiskussion in und um die Europäische Union. Der in Oxford lehrende Jan Zielonka hat ein Essay in Briefform geschrieben, das an den deutsch-britischen Soziologen Ralf Dahrendorf adressiert ist. Darin greift er dessen „Betrachtungen über die Revolution in Europa“ aus dem Jahr 1990 auf und reflektiert über die Entwicklung der EU vom liberalen Verheißungsort nach dem Kalten Krieg zum gegenwärtigen Vormarsch illiberaler Demokratievorstellungen in Europa. Zielonka sieht die liberale Idee Europas massiv gefährdet und sucht nach den Ursachen und Lösungen für diese krisenhafte Situation sowie den Aufstieg des Populismus beziehungsweise der Konterrevolutionäre wie der Autor Victor Orbán, Marine Le Pen und Co. nennt. Christian Lahusen, Professor für Soziologie an der Universität Siegen, fragt, wie die Menschen in der EU über die Union denken und ob sich dabei ein geteilter Sozial- und Diskursraum herausbildet oder sich angesichts der multiplen Krisen erhebliche Dissonanzen und Widerstände ergeben. Basierend auf umfangreichen Forschungsprojekten analysiert der Verfasser Umfrage- und Mediendaten, die sich insbesondere auf die vergangene Dekade beziehen. Folglich richtet sich das Buch stärker an ein wissenschaftliches Publikum als das Zielonkas.

zur Sammelrezension


Rezension

Der Aufstieg von Rodrigo Duterte
Eine populistische Revolte

DuterteIst der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, ein asiatischer Donald Trump? Dieser Kernfrage widmet sich der philippinische Journalist Richard Javad Heydarian, der die Geschichte und die Situation in dem südostasiatischen Land darstellt. Dabei geht er auf die Hintergründe des 2016 vollzogenen Bruches der Partnerschaft mit den USA und die Annäherung an China ein. Paradoxerweise verbessere sich aktuell das Verhältnis zu den USA wieder, da Duterte in Trump einen Geistesverwandten sehe, der mit seiner „America First“-Politik den Interessen der Philippinen entspreche.

zur Rezension

Rezension

Der allgegenwärtige Antisemit
Die Angst der Deutschen vor der Vergangenheit

Ist Antizionismus gleichzusetzen mit Antisemitismus? Ist Kritik an Israels Nahostpolitik gleichzusetzen mit Antizionismus? Oder gar mit Antisemitismus? Nein, sagt ganz entschieden der in Israel zuckermann 9783864892271geborene Historiker Moshe Zuckermann, Spross von polnisch-jüdischen Holocaustüberlebenden, der lange an der Universität in Tel Aviv gelehrt hat. Er wehrt sich dagegen, Kritik an der Politik Israels mit dem Antisemitismus zu verbinden. Der israelisch-palästinensische Konflikt sei für Zuckermann, schreibt Rezensent Arno Mohr, der Kristallisationspunkt, der seiner Ansicht nach eine Debattenkultur habe entstehen lassen, in welcher ressentimentgeladene Räsonnements alles, sachliche Analysen hingegen nichts seien: ein „Tollhaus neuralgischer Befindlichkeiten“, wie Zuckermann es nenne. Die Kultur der Auseinandersetzung in Deutschland sei vergiftet und die Realitätswahrnehmungen seien völlig aus dem Ruder gelaufen und würden schlicht in eine Realitätsverweigerung münden. Hiergegen wolle der Autor mit seiner Streitschrift anschreiben. Der Rezensent hält es zwar für bewundernswert, dass Zuckermann sich entschieden für das Lebensrecht der Palästinenser einsetze und vice versa die brutale Unterdrückungspolitik Israels geißele, manche seiner Äußerungen würden jedoch nur im pathetisch Überpointierten verharren.
zur Rezension


Thema: Energiewandel

Gescheiterte Kernenergiepolitik
Deutschland und die USA

Mit der Atomkatastrophe von Fukushima im März 2011 wurde in Deutschland endgültig der Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie, einer einstigen Zukunftstechnologie, besiegelt. Waren die unübersehbaren Gefahren der Kernkraft tatsächlich der zentrale Faktor für den Abschied von dieser Technologie, wie das weit verbreitete Narrativ nahelegt? Der Politikwissenschaftler David Knollmann zieht diese geläufige Erklärung in Zweifel. In seiner Dissertation zeigt er, dass diese Erklärung mit Blick auf die Geschichte der deutschen und amerikanischen Kernenergiepolitik zu kurz greift.

zur Rezension

suchen & finden

Die Annotierte Bibliografie


Über diese Suche wird der Zugang zur Annotierten Bibliografie der Politikwissenschaft eröffnet, zu finden sind über 40.000 Kurzrezensionen aus dem Zeitraum von 1996 bis 2016. Erfasst ist damit die politikwissenschaftlich relevante Fachliteratur mit deutscher ISBN. Die erweiterte Suche bietet die Möglichkeit, für die eigene Forschungstätigkeit gezielt zu bibliografieren. Zu zahlreichen  ausgewählten Themen aus verschiedenen Politikbereichen sind außerdem Auswahlbibliografien zusammengestellt.

Thema: Energiewandel

Energiewende
Politikwissenschaftliche Perspektiven

Der Sammelband bietet politikwissenschaftliche Perspektiven zur Energie- und Mobilitätswende, die Rezensent Martin Repohl als eine demokratische und gesellschaftliche Herausforderung versteht. Die Stärke des Bandes liege vor allem in seiner thematischen Heterogenität bei einer gleichzeitig thematisch anschlussfähigen Selbstverortung im Bereich der Policy- und Governanceforschung. Durch die Herausarbeitung von Bezügen zur Partizipations- und Legitimationsforschung eigne er sich hervorragend als Einführung in die politikwissenschaftliche Energiewendeforschung.

zur Rezension

Suchen...