/ 22.06.2013
Stefan Schlag
Verwaltungsreform und Effizienz. Eine Analyse des Neuen Steuerungsmodells für Kommunalverwaltungen
Marburg: Tectum Verlag 2011 (Politik begreifen 15); IV, 73 S.; 19,90 €; ISBN 978-3-8288-2554-3Das Neue Steuerungsmodell (NSM) wurde zu Beginn der 90er-Jahre als Reformpaket für die kommunale Verwaltung entwickelt und seitdem von zahlreichen Kommunen in unterschiedlicher Breite wie Tiefe angewendet. Oberstes Ziel der auf die Reform der Binnenstruktur der Verwaltung gerichteten Maßnahmen ist die Steigerung der Effizienz kommunaler Leistungserbringung. Die erhofften positiven Effekte auf den Haushalt haben sich bisher nicht eingestellt, einem anfänglichen Reformeifer ist Reformmüdigkeit und Skepsis gewichen. Der Autor fragt, warum der Erfolg des NSM weitgehend ausgeblieben ist. Er kritisiert, dass die verwaltungs- und politikwissenschaftliche Forschung zum NSM bisher kaum theoriegeleitete Analysen hervorgebracht hat. Die Beurteilung des NSM und die Erforschung ihres Scheiterns, so Schlag, sollten sich aber auf eine Theorie stützen. Er entwickelt einen Theorierahmen, der im Wesentlichen auf dem bürokratietheoretischen Modell zur Erklärung der Ineffizienz von Verwaltungen von Niskanen sowie der Transaktionskostentheorie basiert, um die Wirkungsmechanismen der einzelnen Elemente des NSM ausmachen zu können. Die Studie ist stringent und zielführend aufgebaut; auf eine kurze Darstellung der Entwicklung des NSM folgt die Beschreibung der verwendeten Theorieansätze und anschließend die Anwendung auf das NSM. Schlag konzentriert sich auf die fünf zentralen Elemente des Reformmodells – Verantwortungsteilung, zentraler Steuerungsbereich, Kontraktmanagement, Outputsteuerung und Wettbewerb. Aus der eingenommenen theoretischen Perspektive erweist sich der Wirkungsmechanismus des NSM im Kern als „Veränderung der Informationsbasis der Akteure, die über ein Budget für einen bestimmten Output verhandeln“ (64). Schlag gelangt zu der Erkenntnis, dass das NSM zwar als „Beitrag zur effizienzorientierten Steuerung […] angesehen werden“ (64) kann, es aber nicht zwingend zu Effizienzsteigerungen führen muss. Auf knapp 70 Buchseiten kann der Autor keine tiefgehende Theoriebildung leisten, er bietet aber eine interessante theoretische Auseinandersetzung mit einem in der Politikwissenschaft eher wenig beachteten Thema.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.325
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Stefan Schlag: Verwaltungsreform und Effizienz. Marburg: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33887-verwaltungsreform-und-effizienz_40605, veröffentlicht am 28.07.2011.
Buch-Nr.: 40605
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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