/ 21.06.2013
Olaf Jörgens
Zwischen Kontinuität und Wandel. Zwanzig Jahre spanische Europapolitik unter Felipe González, José María Aznar und José Luis Rodríguez Zapatero
Bonn: Bouvier Verlag 2008 (Forum junge Politikwissenschaft 10); 511 S.; kart., 29,90 €; ISBN 978-3-416-03122-6Diss. Bonn; Gutachter: G. Langguth. – Jörgens untersucht die Kontinuität und den Wandel der Europapolitik des Königreichs Spanien seit seinem Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft 1986. Die drei Ministerpräsidenten, González, Aznar und Zapatero, stehen dabei im Mittelpunkt. Breiten Raum nimmt die Darstellung der Europapolitik unter González ein. Erst nach dessen Wahlsieg sei ab Oktober 1982 Bewegung in die Beitrittsgespräche zwischen der EG und Spanien gekommen. Später sei es ihm gelungen, die Kooperation mit Deutschland und Frankreich zu intensivieren, sodass in den Jahren 1991 und 1992 gar von der „deutsch-französisch-spanischen Zusammenarbeit“ die Rede gewesen sei: „Während sich Mitterrand und Kohl verstärkt für die Wirtschafts- und Währungsunion einsetzten, bemühte sich González um die politischen Aspekte des Integrationsprozesses“ (210). Gleichzeitig habe das Land massiv finanziell profitiert, in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre zählte es zu den Nettoempfängern von EG-Geldern. Im Bereich der europäischen Außenpolitik habe die Regierung González entscheidend zur Annäherung Europas an den südlichen Mittelmeerraum sowie an Lateinamerika beigetragen, eines der „Steckenpferde“ (211) der spanischen Europapolitiker. Spanien habe in den 80er- und 90er-Jahren diesbezüglich eine wichtige Brückenfunktion übernommen. Der Regierung Aznar sei ab dem Jahr 2000 hingegen eher an einer verstärkten Annäherung an Großbritannien und später auch an die Vereinigten Staaten von Amerika gelegen gewesen, erläutert der Autor. Ministerpräsident Zapatero habe sich seit 2004 erneut um eine Eingliederung Spaniens in die deutsch-französische Zusammenarbeit innerhalb der EU bemüht und wollte zu den europapolitischen Grundsätzen von González zurückkehren. Während Spanien González den Beitritt zu verdanken und Aznar dem Land einen „noch nie vorhandenen“ wirtschaftlichen Aufschwung beschert habe, bleibe für Zapatero kaum ein europapolitisches Thema übrig, „um in die Annalen der Geschichte des seit 1977 demokratischen Spaniens eingehen zu können“ (466), lautet Jörgens Prognose.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.7 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Olaf Jörgens: Zwischen Kontinuität und Wandel. Bonn: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28905-zwischen-kontinuitaet-und-wandel_34121, veröffentlicht am 12.08.2008.
Buch-Nr.: 34121
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