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/ 12.06.2013
Claus Matecki / Thorsten Schulten (Hrsg.)

Zurück zur öffentlichen Hand? Chancen und Erfahrungen der Rekommunalisierung

Hamburg: VSA 2013; 181 S.; 16,80 €; ISBN 978-3-89965-535-3
Kaum ein Thema hat die Kommunalpolitik in den vergangenen zwei Dekaden wohl so sehr beschäftigt wie die Organisation öffentlicher Dienstleistungen. Als Folge politischer Anreize, im Zuge einer entsprechenden politökonomischen Grundstimmung und auf Grund der prekären Finanzlage sind dabei umfangreiche Privatisierungen vorgenommen worden. Doch dieser Trend scheint gebrochen zu sein, relativiert sich oder wird in Teilen sogar umgekehrt. Bei der Rekommunalisierung handele es sich „um ein Phänomen […], das mittlerweile deutlich über Einzelbeispiele hinaus geht und zunehmend die öffentlichen Debatten bestimmt“ (Claus Matecki/ Thorsten Schulten, 12). Offensichtlich entwickeln die Kommunen in einigen Teilsektoren, insbesondere in der Energiewirtschaft, die ausgeprägte Absicht, das wirtschaftliche Geschehen wieder stärker selbst zu beeinflussen. Mit etlichen Fallbeispielen wird in dem Sammelband aufgezeigt, welche Wege Kommunen dabei gegangen sind. Die Autorinnen und Autoren der Beiträge interessieren sich dabei fast durchgängig für drei Fragen: In welchen Sektoren werden die Kommunen wieder selbst wirtschaftlich aktiv und aus welchen Motiven heraus? Wie wird die wirtschaftliche Tätigkeit organisiert; beziehen die Kommunen dabei strategische Partner in ihr Geschäft mit ein? Wie wirkt sich dieses für die Beschäftigten aus? Gerade der letzte Aspekt weist auf eine spannende Diskussion hin. Denn besonders „im Bereich der Energieversorgung gibt es deutliche Bedenken“ (Renate Sternatz, 64) von Seiten der zuständigen Gewerkschaft ver.di. Aber auch darüber hinaus gelten die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst keineswegs als herausragend, wie auch der „DGB‑Index Gute Arbeit“ belegt, weswegen es „differenziert zu betrachten“ (Karsten Schneider, 156) sei, ob Arbeitnehmer_innen in ausgegliederten Bereichen eine Rückkehr in die öffentliche Hand überhaupt anstreben sollten. Insofern wird in dem Sammelband – bei aller Grundsympathie der Herausgeber wie der meisten Autorinnen und Autoren für eine Rekommunalisierung – eine überaus vielschichtige Betrachtung des Themas vorgenommen.
Stephan Klecha (SKL)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Demokratieforschung der Universität Göttingen.
Rubrizierung: 2.212.3252.322.612.331 Empfohlene Zitierweise: Stephan Klecha, Rezension zu: Claus Matecki / Thorsten Schulten (Hrsg.): Zurück zur öffentlichen Hand? Hamburg: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14563-zurueck-zur-oeffentlichen-hand_43763, veröffentlicht am 05.06.2013. Buch-Nr.: 43763 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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