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/ 05.06.2013
Bruce Hoffman

Terrorismus - der unerklärte Krieg. Neue Gefahren politischer Gewalt. Aus dem Englischen von Klaus Kochmann

Frankfurt a. M.: S. Fischer 1999; 352 S.; geb., 44,- DM; ISBN 3-10-033009-9
Der Autor, Direktor des Washingtoner Büros der RAND Corporation und Leiter deren Abteilung für Terrorismusforschung (Klappentext), will keine "neue theoretische Abhandlung oder eine konzeptionelle Reinterpretation" zum Thema vorlegen. Vielmehr geht es ihm darum, "die hervorstechendsten und wichtigsten Tendenzen im Terrorismus" in den Mittelpunkt zu stellen und zu "erklären, warum Terroristen 'das tun, was sie tun'". Außerdem will er "Licht auf zukünftig zu erwartende Muster und Möglichkeiten werfen". Theorien und Erklärungsmodelle spielen für ihn dabei eine untergeordnete, "historische Schlüssel/index.php?option=com_content&view=article&id=41317" und empirisches Material eine übergeordnete Rolle (9). Hoffmann möchte ein breites Publikum ansprechen. Die Ausführungen lesen sich entsprechend leicht, die Argumentationen sind gut nachvollziehbar. Er beginnt mit der Frage, was Terrorismus eigentlich ist, greift zurück auf die Französische Revolution und beschreibt den Bedeutungswandel, den der Begriff im Laufe der Zeit erfuhr. Anschließend erläutert der Autor die Rolle, die der Terrorismus für die Unabhängigkeitsbestrebungen ehemaliger Kolonien (Algerien, Palästina, Zypern) besaß. Die Internationalisierung des Terrorismus steht im Mittelpunkt des dritten Kapitels, für die Hoffman die Entführung eines israelischen Verkehrsflugzeugs 1968 durch Palästinenser als besonders herausragendes Ereignis ansieht. Im fünften Kapitel untersucht der Autor die zunehmende Bedeutung der Religion für den Terrorismus. Dabei beschränkt er sich keineswegs auf islamistisch motivierte Taten, sondern untersucht ebenso etwa den Terror religiöser Sekten in den USA oder den jüdischen Terrorismus. Der Zusammenhang zwischen Terrorismus, Medien und öffentlicher Meinung steht im Mittelpunkt des sechsten Kapitels. Hier zeigt der Autor, wie wichtig Publizität für Terroristen ist und wie diese bisweilen (wie bei der Entführung einer TWA-Maschine 1985) in der Lage sind, Medien für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Schließlich widmet sich Hoffman der "Psychologie des modernen Terrorismus: Taktiken, Ziele und Techniken" bevor er im letzten Kapitel ("Terrorismus heute und morgen") Bilanz zieht und Konsequenzen erörtert.
Detlef Lemke (Le)
Dipl.-Politologe.
Rubrizierung: 2.252.232.22 Empfohlene Zitierweise: Detlef Lemke, Rezension zu: Bruce Hoffman: Terrorismus - der unerklärte Krieg. Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8079-terrorismus---der-unerklaerte-krieg_10685, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10685 Rezension drucken
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