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/ 05.06.2013
Ernst-Wolfgang Böckenförde

Staat, Nation, Europa. Studien zur Staatslehre, Verfassungstheorie und Rechtsphilosophie

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1999 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1419); 290 S.; 22,80 DM; ISBN 3-518-29019-3
Etwas irreführend ist der Titel dieses Sammelbandes, denn der titelgebende Gegenstandsbereich macht nur etwa ein Drittel des Gesamtumfangs aus. Den Rest des Buches nehmen Ergänzungen zu früheren Aufsatzsammlungen Böckenfördes ein. Mit seinen Überlegungen zur neuen Rolle des Nationalstaates angesichts europäischer Integration und fortschreitender Globalisierung will der ehemalige Verfassungsrichter nicht bloß die Verfassungstheorie, sondern auch die Verfassungswirklichkeit in den Blick nehmen; er selbst charakterisiert seine Aufsätze als Beitrag zu einer "konkreten Staatslehre" (8). Die anderen Artikel des Bandes knüpfen an Aufsätze an, in denen Böckenförde ein "kategoriales Konzept des modernen Staates in seiner Ausformung zum demokratischen Staat, zum Rechtsstaat und Sozialstaat" (9) zu entwickeln versuchte. Hier geht es darum, das gewonnene Kategoriensystem einer sich ständig wandelnden Wirklichkeit anzupassen und einzufügen. Inhalt: Staat, Nation, Europa: 1. Die sozialen und politischen Ordnungsideen der Französischen Revolution (1991); 2. Die Schweiz - Vorbild für Europa? (1991); 3. Die Nation - Identität in Differenz (1995); 4. Staatsbürgerschaft und Nationalitätskonzept (1995); 5. Welchen Weg geht Europa? (1997); 6. Die Zukunft politischer Autonomie. Demokratie und Staatlichkeit im Zeichen von Globalisierung, Europäisierung und Individualisierung (1998). Ergänzungen zum Band Staat, Verfassung, Demokratie (stw. 953): 7. Begriff und Probleme des Verfassungsstaates (1997); 8. Anmerkungen zum Begriff Verfassungswandel (1993); 9. Verfassungsgerichtsbarkeit. Strukturfragen, Organisation, Legitimation (1999); 10. Sozialer Bundesstaat und parlamentarische Demokratie (1980). Ergänzungen zum Band Recht, Staat, Freiheit (stw. 914): 11. Staatliches Recht und sittliche Ordnung (1995); 12. Recht schafft Freiheit, indem es Grenzen setzt (1997); 13. Ist Demokratie eine notwendige Forderung der Menschenrechte? (1998); 14. Stellung und Bedeutung der Religion in einer civil society (1989); 15. Die Verfolgung der deutschen Juden als Bürgerverrat (1997).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.215.412.235.44 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Ernst-Wolfgang Böckenförde: Staat, Nation, Europa. Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8238-staat-nation-europa_10863, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10863 Rezension drucken
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