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/ 21.06.2013
Thomas Hauschild

Ritual und Gewalt. Ethnologische Studien an europäischen und mediterranen Gesellschaften

Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2008; 258 S.; 24,80 €; ISBN 978-3-518-58491-0
Seit einigen Jahren leben alte Rituale verstärkt wieder auf, neue werden erfunden und importiert oder drängen aus anderen Weltgegenden nach Europa hinein, so der Autor. Dabei ging man noch in den 80er-Jahren davon aus, dass religiös motivierte Rituale hierzulande als archaische Reste vernachlässigbar seien, die in einer hoch technisierten und säkularisierten Welt keine Bedeutung mehr hätten, so Hauschild. Die Gewaltexzesse von denen Hauschild spricht, dringen jedoch nach seiner Analyse nur scheinbar von außen nach Europa hinein. Tatsächlich erwiesen sie sich oft als rituell grundiert und hätten ihre europäischen Gegenstücke. Der Autor untersucht in Mikroanalyse die Strukturen der sizilianischen Mafia und Al Kaidas und befasst sich u. a. anhand juristischen Fallmaterials mit dem Ehrenmord wie mit dem bösen Blick. Im Kontext der Risiken der Globalisierung sieht Hauschild die Welt in einer „verzwickten Lage zwischen der Entwicklung zum Weltstaat und dem Rückfall in ein neues Mittelalter“ (35).
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.232.22.25 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Thomas Hauschild: Ritual und Gewalt. Frankfurt a. M.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29404-ritual-und-gewalt_34790, veröffentlicht am 29.07.2008. Buch-Nr.: 34790 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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