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/ 18.06.2013
Katrin Auel

Regionalisiertes Europa - Demokratisches Europa? Eine Untersuchung am Beispiel der europäischen Strukturpolitik

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2003 (Regieren in Europa 5); 339 S.; brosch., 69,- €; ISBN 3-8329-0236-8
Diss. FernUniversität Hagen. - Angesichts des notorischen europäischen Demokratiedefizits verbindet die Autorin mit ihrer zentralen Frage: „Inwieweit hält die regionale Ebene tatsächliche Potenziale demokratischer Legitimation für europäische Politik bereit?" (19) auf ebenso anregende wie anspruchsvolle Weise zwei Forschungsperspektiven miteinander. Denn um die an die regionale Ebene adressierten normativen Erwartungen empirisch überprüfen zu können, bedarf es einerseits einer Analyse der Einflussmöglichkeiten der Regionen im Mehrebenensystem, andererseits muss der demokratietheoretische Ansatz soweit spezifiziert werden, dass er über die Dimension der Interessenvermittlung hinausreicht. Auel hat mit guten Gründen die nicht einfach zu überschauende europäische Strukturpolitik (der Förderperiode 2000-2006) als Untersuchungsgegenstand gewählt, wird diesem Politikfeld doch aufgrund seiner finanziellen, programmatischen und institutionellen Bedeutung eine Pilotfunktion im Prozess der europäischen Integration zugesprochen. Die Analyse der regionalen Legitimationspotenziale führt sie - föderative und zentralstaatliche Rahmenbedingungen systematisch vergleichend - am Beispiel zweier ländlicher Regionen (Rheinland-Pfalz, Bretagne) durch. Aus dem Inhalt: 1. Einleitung 1.1 Demokratisierung durch Regionalisierung? 1.2 Das Politikfeld regionale Strukturpolitik 2. Theoretische Konzeption 2.1 Einflussmöglichkeiten der regionalen Ebene auf europäische Politik 2.2 Demokratische Legitimation regionaler Entscheidungsprozesse 2.3 Das Dilemma demokratischer Legitimation in verflochtenen Mehrebenen-Strukturen 2.4 Auswege aus dem Dilemma: Mögliche Strategien zur Auflösung des Spannungsverhältnisses 3. Europäische Regionalpolitik: Entwicklung und aktueller Stand 3.1 Beihilfekontrolle 3.2 Regionale Strukturpolitik der EU 3.3 Grundsätze der Regionalpolitik von 1988 bis 1999 3.4 Programmplanung und Implementation der Strukturfonds im Rahmen von Ziel 2 und 5b seit 1998 3.5 Die Reform der Strukturfonds von 1999 im Rahmen der „AGENDA 2000" 4. Entscheidungsbeteiligung: Einflussmöglichkeiten der Länder auf die Politikformulierung im Rahmen europäischer Strukturpolitik 4.1 Das politisch-administrative System der Bundesrepublik Deutschland und die Europäische Union 4.2 Einflussmöglichkeiten der deutschen Länder auf die nationale Europapolitik 5. Entscheidungsbeteiligung: Einflussmöglichkeiten der Régions auf die Politikformulierung im Rahmen europäischer Strukturpolitik 5.1 Das politisch-administrative System Frankreichs und die Europäische Union 5.2 Stellung französischer Regionen im unitarischen Frankreich 7. Regionale Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse: Fallstudien zu Rheinland-Pfalz und der Brétagne 8. Kompetenzaufteilung im Bundesstaat: Einflussmöglichkeiten der Länder auf die Umsetzung europäischer Strukturpolitik 8.1 Regionalpolitik in Deutschland 8.2 Zentrale Akteure 8.3 Regionalisierung der Strukturpolitik 8.4 Entscheidungskompetenz: Fördergebietsabgrenzung und Mittelverteilung 8.5 Handlungskompetenz: Programmplanung 9. Kompetenzaufteilung im unitarischen Staat: Einflussmöglichkeiten der Régions auf die Umsetzung europäischer Strukturpolitik 9.1 Regionalpolitik in Frankreich 9.2 Zentrale Akteure 9.3 Entscheidungskompetenz: Fördergebietsabgrenzung und Mittelverteilung 9.4 Handlungskompetenz: Programmplanung 11. Regionale Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse: Fallstudie Rheinland-Pfalz 11.1 Landesförderprogramm, GRW und EPPD in Rheinland-Pfalz (Zeitplan, Finanzierung und Inhalte) 11.2 Zentrale Akteure 11.3 Politikprozesse 12. Regionale Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse: Fallstudie Brétagne 12.1 „Orientations Prioritaires pour la Brétagne", Contrat de Plan Ètat-Region und DOCUP der Brétagne (Zeitplan, Finanzierung und Inhalte) 12.3 Politikprozesse
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.52.3252.212.61 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Katrin Auel: Regionalisiertes Europa - Demokratisches Europa? Baden-Baden: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20197-regionalisiertes-europa---demokratisches-europa_23526, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23526 Rezension drucken
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