/ 04.06.2013
Friedhelm Hengsbach / Bernhard Emunds / Matthias Möhring-Hesse
Reformen fallen nicht vom Himmel. Was kommt nach dem Sozialwort der Kirchen? Mit Beiträgen von Friederike Woldt, Ulrike Wagener und Jürgen P. Rinderspacher
Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 1997; 239 S.; 26,80 DM; ISBN 3-451-26401-3Das Sozialwort der Kirchen vom Februar 1997 (der volle Titel lautet "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland", im Internet abrufbar unter http://www.ekd.dehttp:\\www.ekd.de wurde nach Ansicht der Autoren "totgelobt" (14). Mit diesem Band, an dem auch Friederike Woldt (Kapitel III), Ulrike Wagner (V) und Jürgen P. Rinderspacher (IX) mitgewirkt haben, möchten die Autoren ausloten, ob das Sozialwort doch noch in politische Reformen umgesetzt werden kann und ob es Bündnispartner gibt. Geboten werden Erläuterungen zum Sozialwort selbst, eine Darstellung seiner Entstehung, einzelne inhaltliche Vertiefungen und Überlegungen zum Effekt, den das Sozialwort erzielt hat. Dabei beachten die Autoren nicht nur den Effekt in der Öffentlichkeit, sondern betonen auch die positiven Effekte durch den breiten Konsultationsprozeß, der dem Sozialwort vorangegangen ist (64 ff.).
Inhalt: I. Die Kirchenleitungen auf Zukunftskurs. Das Sozialwort reformpolitisch gelesen; II. Auch das Sozialwort fiel nicht vom Himmel. Rückblick auf die Mühen kirchlicher Positionsfindung; III. Im Osten wird es langsam hell. Es gibt nur eine wirtschaftliche und soziale Lage in Deutschland; IV. Ethik - "Die Politik" - Kirchenwirtschaft. Wie die Kirchen von sich selbst sprechen; V. Schwach / stark-arm / reich-Frauen / Männer...?! Eine Hinterfragung grundlegender Denkvoraussetzungen des Kirchenworts; VI. Vollbeschäftigung zu versprechen, wäre fahrlässig. Das Recht auf Arbeit in der Krise der Erwerbsarbeit; VII. Gegen den Trend: ein starker Sozialstaat. Sozialpolitische Reformen nach dem Sozialwort; VIII. Die alte Frage wieder gestellt. "Eine gerechtere und gleichmäßigere Verteilung"; IX. Mit der Natur leben. Zukunftsfähigkeit als Problem natürlicher und sozialer Rhythmen; X. "Globalisierung" - entzaubert. Schein und Chancen der Weltwirtschaft; XI. Politische Verortung wider Willen. Das Sozialwort in der Gemengelage bundesdeutscher Reformpolitiken.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.35 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Friedhelm Hengsbach / Bernhard Emunds / Matthias Möhring-Hesse: Reformen fallen nicht vom Himmel. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3915-reformen-fallen-nicht-vom-himmel_5575, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 5575
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M. A., Politikwissenschaftler.
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