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/ 04.06.2013
Sabine R. Arnold / Christian Fuhrmeister / Dietmar Schiller (Hrsg.)

Politische Inszenierung im 20. Jahrhundert: Zur Sinnlichkeit der Macht

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 1998; 220 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-205-98817-5
Überwiegend Beiträge von Autoren, die an der Tagung "Politische Inszenierung im 20. Jahrhundert" in Hamburg im Juli 1996 teilgenommen haben. Nach dem einleitenden Essay von Koselleck, der zu den anthropologischen Grundlagen politischer Ästhetik zurückführt, folgen Beiträge über die kulturellen und politischen Rituale in der Sowjetunion und in der DDR sowie über die politische Symbolik der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts bieten besonders eindringliche Beispiele für politische Inszenierung zur Manipulation von Öffentlichkeit. Die letzten fünf Beiträge befassen sich mit der gegenwärtigen massenmedialen Inszenierungspraxis. Sarcinelli prognostiziert, daß die Legitimität der Politik immer stärker in Kommunikationsprozessen hergestellt werden und Politik somit iszenierungsanfälliger wird. Macho konkretisiert das Phänomen der Personalisierung von Politik hin zur "Produktion von Gesichtern", und Schiller analysiert das britische Fernsehereignis "Prime Minister´s Question Time" als Beispiel für die zunehmende Kreation von Pseudo-Ereignissen in der Politik. Inhalt: Sabine R. Arnold / Christian Fuhrmeister / Dietmar Schiller: Hüllen und Masken in der Politik. Ein Aufriß (7-24); Reinhart Koselleck: Politische Sinnlichkeit und mancherlei Künste (25-34); Sabine Behrenbeck: Gefallenengedenken in der Weimarer Republik und im "Dritten Reich" (35-55); Christian Fuhrmeister: Instrumentalisierung und Retusche. Widersprüche in der nationalsozialistischen Rezeption des Düsseldorfer Schlageter-Denkmals von Clemens Holzmeister (56-74); Maja Turovskaja: Das Kino der totalitären Epoche (75-82); Jurij Murasov: Schrift unter Verdacht. Zur inszenierten Mündlichkeit der sowjetischen Schauprozesse in den 30er Jahren (83-94); Sabine R. Arnold: Die Dankbarkeit der Heldenmasse. Jubiläumsfeiern in Volgograd (95-107); Klaus Körner: Der innerdeutsche Broschürenkrieg (108-122); Birgit Sauer: Politische Leiblichkeit und die Visualisierung von Macht. Der 40. Jahrestag der DDR (123-145); Ulrich Sarcinelli: Politische Inszenierung im Kontext des aktuellen Politikvermittlungsgeschäfts (146-157); Sigrid Baringhorst: Politik des Überlebens - Symbolische Strategien zur Rettung der Umwelt (158-170); Thomas Macho: Das prominente Gesicht. Notizen zur Politisierung der Sichtbarkeit (171-184); Marion G. Müller: Die zwei Körper des Präsidenten. Zur Inszenierung politischer Übergänge im amerikanischen Inaugurationszeremoniell (185-202); Dietmar Schiller: "Westminster - Live on Screen!". Zur televisuellen Inszenierung von Politik an der Schwelle zum 21. Jahrhundert (203-215).
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3332.23 Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Sabine R. Arnold / Christian Fuhrmeister / Dietmar Schiller (Hrsg.): Politische Inszenierung im 20. Jahrhundert: Zur Sinnlichkeit der Macht Wien/Köln/Weimar: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/5607-politische-inszenierung-im-20-jahrhundert-zur-sinnlichkeit-der-macht_7308, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 7308 Rezension drucken
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