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/ 11.06.2013
Markus Freitag

Politik und Währung. Ein internationaler Vergleich

Bern/Stuttgart/Wien: Verlag Paul Haupt 1999 (Berner Studien zur Politikwissenschaft 8); 243 S.; kart., 65,- DM; ISBN 3-258-06097-5
Politikwiss. Diss. Bern; Gutachter: K. Armingeon, E. Baltensperger. – Seit dem Ende des Währungsregimes von Bretton-Woods 1973 stehen sich Staaten mit stark aufwertenden Währungen und Staaten, die mit dem Wertverlust ihrer Währung konfrontiert sind, gegenüber. In der Ära der freien Wechselkurse stieg der Bedarf nach einer aussagekräftigen Erklärung dieses Phänomens und möglichen Vorhersagemodellen für Währungskrisen. Dabei ist davon auszugehen, daß alle Staaten gleichermaßen nach einer stabilen Währung streben. Für eine Erklärung dieser Ungleichentwicklung stehen also in erster Linie nationale Eigenarten zur Verfügung. Der Autor bedient sich dieses Ansatzes statt klassischer wirtschaftswissenschaftlicher Modelle, die ökonomische Fundamentalfaktoren in den Mittelpunkt einer Erklärung rücken. Freitag verknüpft in seiner Studie über die Währungsentwicklung von achtzehn OECD-Staaten in der Zeit von 1973-1995 Methoden der vergleichenden empirischen Policyforschung mit wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der wirtschafts- und währungspolitischen Glaubwürdigkeit eines Staates. Dazu präsentiert Freitag acht politisch-institutionelle Rahmenbedingungen staatlicher Wirtschaftspolitik: Unabhängigkeit der Zentralbank, Typus der Demokratie, Stabilität von Regierungen, parteipolitische Regierungszusammensetzung, Konfliktträchtigkeit der Arbeitsbeziehungen, Schwierigkeitsgrad der fiskalen Steuerung, staatlicher Regulierungsgrad des Kapitalverkehrs und Mitgliedschaft in einem Wechselkurssystem. Mit Ausnahme der parteipolitischen Färbung stellt der Autor für alle Faktoren einen signifikanten Erklärungsbeitrag mit unterschiedlicher Gewichtung fest. Der Wechsel in der Relevanz einzelner Faktoren vollzog sich Mitte der achtziger Jahre vor dem Hintergrund einer zunehmenden Globalisierung der Finanzmärkte. Die Stärke von Freitags Arbeit liegt in der außerordentlich guten Strukturierung.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 2.2622.2 Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Markus Freitag: Politik und Währung. Bern/Stuttgart/Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11283-politik-und-waehrung_13366, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13366 Rezension drucken
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