/ 21.06.2013
Volker Gerhardt
Partizipation. Das Prinzip der Politik
München: C. H. Beck 2007; 507 S.; geb., 29,90 €; ISBN 978-3-406-52888-0Hinter dem programmatischen Titel verbirgt sich der breit angelegte Versuch einer systematischen Erörterung der Frage „was Politik eigentlich ist“ (10), was sie insbesondere von Moral und Recht unterscheidet. Die Beantwortung der Frage führt Gerhardt immer wieder weit zurück in die Geschichte, er sucht sie insbesondere in der Grundlegung des Politischen in der griechischen und römischen Antike. Hier findet nach Gerhardt das Prinzip der Partizipation seine frühe philosophische Formulierung. Politik im tieferen Wortsinn finde nur da statt, wo Teilhabe an einem Ganzen gewährt wird, das sich durch diese Teilhabe erst zu einem Ganzen wirksam integriert. Dieses Grundprinzip der Politik wird in unterschiedlichen systematischen Problemstellungen nachgewiesen. Als politikwissenschaftliches Kernkapitel zeigt sich der Abschnitt über „Kompromiss und Reform. Der prinzipielle Realismus der Politik“ (373 ff.). Die Grundsätze der im Werk entfalteten politischen Philosophie werden auf konkrete Fragen politischer Institutionalisierung angewandt. Hier klärt sich auch ein mögliches, auf den Titel des Buches zurückzuführendes Missverständnis. Mit der so genannten „partizipatorischen“ Demokratietheorie haben Gerhardts Überlegungen nichts gemein. Sie sind vielmehr ein deutliches Plädoyer für eine streng repräsentative, gewaltenteilige, parlamentarische Demokratie auf menschenrechtlicher Basis.
Sebastian Lasch (LA)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.41 | 5.44
Empfohlene Zitierweise: Sebastian Lasch, Rezension zu: Volker Gerhardt: Partizipation. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26473-partizipation_30855, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30855
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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