/ 03.06.2013
Detlef Bald / Reinhard Brühl / Andreas Prüfert (Hrsg.)
Nationale Volksarmee - Armee für den Frieden. Beiträge zu Selbstverständnis und Geschichte des deutschen Militärs 1945 - 1990
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1995 (Militär und Sozialwissenschaften 17); 223 S.; brosch., 38,- DM; ISBN 3-7890-4025-8Die im Rahmen eines Symposiums der Karl-Theodor-Molinari-Stiftung im Frühjahr 1995 gehaltenen Referate behandeln die Frage, "ob auch die NVA eine Armee des Friedens bzw. für den Frieden war" (7). Die Autoren wählten bewußt einen historischen Ansatz, "um tendenziell über faktische Zusammenhänge die Sicht darauf zu ermöglichen, wie es denn wirklich gewesen ist" (11). Mit Blick auf die Bundeswehr wird festgestellt, daß die NVA auf ähnlichen militärischen Traditionen aufbaute wie die westdeutschen Streitkräfte, aber die Unterschiede treten deutlich hervor, etwa in der Rolle der ehemaligen Wehrmachtsoffiziere in den Streitkräften, und vor allem in der staatlich-gesellschaftlichen Funktion. Die Nationale Volksarmee war ein "restriktives, dogmatisch-konservatives Bollwerk" (163) und ebensowenig kriegstreibend wie die Bundeswehr. Die Autoren betonen, daß das Selbstverständnis der NVA das einer Armee für den Frieden gewesen sei, und sich die Angehörigen der NVA insofern auf ein ähnliches Dienstbewußtsein beriefen wie die Angehörigen der Bundeswehr.
Aus dem Inhalt: Reinhard Brühl: Die Nationale Volksarmee der DDR. Anmerkungen zu ihrem Platz in der Geschichte (13-36); Joachim Schunke: Militärpolitische und -strategische Vorstellungen der Führung der NVA in der Zeit der Block-Konfrontation (37-56); Klaus Schirmer: Der Auftrag der Nationalen Volksarmee. Kontinuität und Wandel (57-73); Joachim Hohwieler: NVA und innere Sicherheit. Der Einsatz der Armee im eigenen Land (75-90); Wilfried Hanisch: Zur Haltung der Soldaten der DDR bei der Grenzöffnung im November 1989 (91-105); Horst Großmann: Frieden, Freiheit und Verteidigung im Denken der Nationalen Volksarmee (107-118); Stephan Fingerle: Waffen in Arbeiterhand? Zur Rekrutierung der Offiziere der Nationalen Volksarmee (119-142); Rüdiger Wenzke: Wehrmachtoffiziere in den DDR-Streitkräften (143-156); Rolf Badstübner: Militär in der DDR. Frieden oder Unfrieden für Politik und Gesellschaft (157-164); Thomas Lindenberger: Aus dem Volk, für das Volk? Bemerkungen zur Entstehung der bewaffneten Organe der SBZ/DDR aus sozialhistorischer Sicht (165—180); Ute Benz: Nach dem Verlust des Feindbildes: Erneuerung der Vorurteile? (181-192); Wolfgang Scheler: Frieden und Verteidigung. Ambivalenz und Transformation der Friedens- und Verteidigungskonzeption (193-206); Thomas Voigt: Bibliographie: Ausgewählte Arbeiten zur Nationalen Volksarmee seit 1989/90 (207-220).
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.313
Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Detlef Bald / Reinhard Brühl / Andreas Prüfert (Hrsg.): Nationale Volksarmee - Armee für den Frieden. Baden-Baden: 1995, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1698-nationale-volksarmee---armee-fuer-den-frieden_1942, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 1942
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Dr., Historiker.
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