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/ 05.06.2013
Gerd Grözinger / Stephan Panther (Hrsg.)

Konstitutionelle Politische Ökonomie. Sind unsere gesellschaftlichen Regelsysteme in Form und guter Verfassung?

Marburg: Metropolis-Verlag 1998; 344 S.; 58,- DM; ISBN 3-89518-196-X
Wie müssen Institutionen, wie muß vor allem eine Verfassung beschaffen sein, damit die aggregierten Interessen rationaler Akteure am ehesten gewünschte politische Resultate zeitigen? Welche komparativen Vor- und Nachteile kommen so verschiedenen Ordnungen zu? Diesen Fragen wollen die Beiträge dieses Sammelbandes nachgehen, die aus einer Tagung des Arbeitskreises Politische Ökonomie in Zusammenarbeit mit der Society for the Advancement of Socio-Economics im Sommer 1997 in der Evangelischen Akademie Bad Boll hervorgegangen sind. Dadurch sollen nicht nur Methoden und Ergebnisse der constitutional political economy, die nach wie vor hauptsächlich in den USA betrieben wird, der deutschen wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ebenso wollen die Herausgeber das Interesse von Sozialwissenschaftlern für ihr stark wirtschaftswissenschaftlich dominiertes Forschungsgebiet wecken, um einen wirklich interdisziplinären Ansatz zu schaffen. Wünschenswert wäre ein stärkeres Einbringen sozialwissenschaftlicher Erkenntnisse in die Debatten der konstitutionellen politischen Ökonomie. So könnten nämlich zukünftig auch einige fragwürdige Interpretationen politischer Wirklichkeit - wie die Feststellung eines "Prärogativ des Parlamentes" (9) im englischen Regierungssystem - und oberflächliche Rezeptionen der politikwissenschaftlichen Diskussion, in der "[d]ie Einbeziehung der nationalen Volksvertretungen [in die Entscheidungsstrukturen der EU ...] bestenfalls am Rande diskutiert worden" (19) sei, vermieden werden. Inhalt: Referenden, Repräsentanten, Referees: Lars P. Feld / Marcel R. Savioz: Vox Populi, Vox Bovi? Ökonomische Auswirkungen direkter Demokratie (29-80); Claus Offe: Vox Populi und die Verfassungsökonomik. Anmerkungen zum Beitrag von Feld und Savioz (81-88); Siegfried F. Franke: Autonome Institutionen und die Grenzen ihrer demokratischen Legitimation (89-130). Europa, die Welt und auch Württemberg: Klaus Reeh: Das gezähmte Veto. Ein Vorschlag für eine wirkliche Vertiefung und Demokratisierung der Europäischen Union (131-159); Stefan Immerfall: Die Europäische Union - eine Gemeinschaft welcher Werte? (161-191); Hauke Brunkhorst: Weltrecht ohne Demokratie? (193-206); Gerhard J. Mauch: Verfassung und Industrialisierung in Württemberg. Ein Beitrag zur positiven Konstitutionenökonomie (207-249). Buchanan und darüber hinaus: Horst Hegmann: Normativer Individualismus, konstitutioneller Fortschritt und die Rolle der Kultur (251-278); Stefan Voigt: Das Forschungsprogramm der Positiven Konstitutionenökonomik (279-319); Franz Haslinger: Theoriekonstruktion und Realpolitik. Anmerkungen zur konstitutionellen Ökonomik (321-342).
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.212.222.232.2623.1 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Gerd Grözinger / Stephan Panther (Hrsg.): Konstitutionelle Politische Ökonomie. Marburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6890-konstitutionelle-politische-oekonomie_9237, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9237 Rezension drucken
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