/ 03.06.2013
Rolf Dietrich Schwartz
Kapitalismus ohne Netz. Was hält die Gesellschaft noch zusammen?
Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag 1996; 104 S.; 12,- DM; ISBN 3-7466-8504-4In seiner polemisch gehaltenen Streitschrift wendet sich der Bonner Korrespondent der Frankfurter Rundschau gegen eine Wirtschaftspolitik, die den Sozialstaat als eigentliche Ursache der heutigen ökonomischen Probleme betrachte. Er verweist auf historische Parallelen zur Deflationspolitik in den dreißiger Jahren, denen Hitler seinen Aufstieg mit verdankt habe, und kritisiert die konservative Strategie des "Sozialabbaus" als politisch irrational, da sie auf eine Destabilisierung der Gesellschaft und ihrer demokratischen Institutionen hinauslaufe. Die von Seiten der Standortpolitiker gegen den "überbordenden" Sozialstaat vorgetragenen Argumente werden als fadenscheinig widerlegt und in den Kontext eines gezielten Umverteilungsprogramms gestellt, von dem allein die Gutverdienenden und Vermögenden profitierten. Gegen die daraus resultierenden Verwerfungen setzt der Autor sein Plädoyer für eine Bewahrung und ökologische Weiterentwicklung des bisherigen Systems.
Frank Decker (FD)
Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
Rubrizierung: 2.331 | 2.342
Empfohlene Zitierweise: Frank Decker, Rezension zu: Rolf Dietrich Schwartz: Kapitalismus ohne Netz. Berlin: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2195-kapitalismus-ohne-netz_2671, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 2671
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Prof. Dr., Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn.
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