Skip to main content
/ 22.06.2013
Dorothee Kuon

Good Governance im europäischen Entwicklungsrecht

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2010 (Schriften zur Governance-Forschung 21); 272 S.; 39,- €; ISBN 978-3-8329-5259-4
Rechtswiss. Diss. FU Berlin; Gutachterin: B. Rudolf, Gutachter: P. Kunig. – Die Europäische Union ist (gemeinsam mit ihren Mitgliedstaaten) der weltweit größte Geber von Entwicklungshilfe und zugleich der wichtigste Wirtschafts- und Handelspartner Afrikas. Das politische Leitbild für die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) ist das Konzept Good Governance. Durch die stetige Verrechtlichung der europäischen Entwicklungszusammenarbeit hat sich aus primären, sekundären und völkerrechtlichen Rechtsquellen ein europäisches Entwicklungsrecht gebildet, in dem sich Good Governance über seine entwicklungspolitische Bedeutung hinaus zu einem Rechtsbegriff entwickelt hat. Dieser ist in den Rechtsgrundlagen der europäischen Entwicklungszusammenarbeit verankert; ihm widmet sich Kuon aus juristischer Perspektive. Den Ausgangspunkt für ihre Untersuchung bildet der Artikel 9 des Abkommens von Cotonou. Die darin enthaltene Legaldefinition bilde „eine erste Stufe der Konkretisierung des entwicklungspolitischen Leitmotivs Good Governance“ (86). Der Text des Abkommens enthält wesentliche Aussagen über das Konzept, wie etwa Transparenz, verantwortungsvoll agierende Institutionen, Effizienz, die Bekämpfung der Korruption, der Vorrang des Gesetzes bei der Verwaltung oder die ordnungsgemäße Verteilung der Ressourcen. Das Prinzip Good Governance wird hier mit den wesentlichen Elementen Menschenrechte, demokratische Grundsätze und Rechtsstaatsprinzip in einen Kontext gestellt. Die Autorin analysiert die rechtlichen Gehalte, Funktionen und Durchsetzungsmechanismen dieses Rechtbegriffs sowohl mit Blick auf die konzeptionellen Grundlagen als auch auf die entwicklungspolitische Praxis der EU und gelangt zu einem positiven Ergebnis: Die „tiefe Verwurzelung der wesentlichen Elemente Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der europäischen EZ erlauben es, den weiten Begriff der Good Governance zu verorten als einen Teil des gemeinsamen Rahmens der politischen Dimension der EZ“ (248).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 3.63.1 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Dorothee Kuon: Good Governance im europäischen Entwicklungsrecht Baden-Baden: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/32625-good-governance-im-europaeischen-entwicklungsrecht_38937, veröffentlicht am 15.12.2010. Buch-Nr.: 38937 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA