/ 17.06.2013
Michael Anderheiden / Stefan Huster / Stephan Kirste (Hrsg.)
Globalisierung als Problem von Gerechtigkeit und Steuerungsfähigkeit des Rechts. Vorträge der 8. Tagung des Jungen Forum Rechtsphilosophie, 20. und 21. September 2000 in Heidelberg
Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2001 (ARSP-Beiheft 79); 170 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-515-07870-3Ein kurzer Blick in die vielstimmige Debatte über Folgen der Globalisierung erweckt den Eindruck, dass Politik und Demokratie - jedenfalls in den uns vertrauten nationalstaatlichen Formen - zu den "Verlierern" dieses Prozesses gehören werden. Gilt das auch für das Recht und dessen Funktion von Steuerung und Konfliktregulierung? Sind Weltstaat und entsprechendes Weltrecht plausible Perspektiven oder nicht vielmehr Weltgesellschaft und - auf Basis ziviler Koordinierungspotenziale - neue Formen von Governance? Mit diesem Thema hat sich die genannte Tagung befasst. Die Beiträge erörtern u. a. Konsequenzen der Globalisierung in rechtstheoretischer Hinsicht (Zumbansen, Möllers), mit Blick auf die Regulierung von Kommunikation und Rechtsgeschäften (Calliess, Brömmelmeyer) und - unter rechtsphilosophischen Gesichtspunkten - hinsichtlich der Begründbarkeit militärischer Interventionen (Schramme) beziehungsweise verteilungspolitischer Verpflichtungen (Kreide).
Inhalt: Peer Zumbansen: Spiegelungen von "Staat und Gesellschaft". Governance-Erfahrungen in der Globalisierungsdebatte (13-40); Christoph Möllers: Globalisierte Jurisprudenz. Einflüsse relativierter Nationalstaatlichkeit auf das Konzept des Rechts und die Funktion seiner Theorie (41-60); Gralf-Peter Calliess: Globale Kommunikation - staatenloses Recht. Zur (Selbst-) Regulierung des Internet durch prozedurales Recht am Beispiel des Verbraucherschutzes im elektronischen Geschäftsverkehr (61-79); Christoph Brömmelmeyer: Internet Governance: Recht als Steuerungsinstrument für ein globales Kommunikationsforum (81-96); Thomas Schramme: Humanitäre Intervention: eine contradictio in adjecto? (97-119); Regina Kreide: Soziale Menschenrechte und Verpflichtungen (121-144); Gabriele Dördelmann: Dürfen Völker sezedieren? (145-156); Günther Kreuzbauer: Betrachtungen zu einem protospieltheoretischem Modell am Beispiel des Internationalen Strafgerichtshofs (157-168).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.2 | 5.44
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Michael Anderheiden / Stefan Huster / Stephan Kirste (Hrsg.): Globalisierung als Problem von Gerechtigkeit und Steuerungsfähigkeit des Rechts. Stuttgart: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16390-globalisierung-als-problem-von-gerechtigkeit-und-steuerungsfaehigkeit-des-rechts_18820, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18820
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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