/ 21.06.2013
Rainer Trapp
Folter oder selbstverschuldete Rettungsbefragung?
Paderborn: mentis Verlag 2006; 234 S.; kart., 28,80 €; ISBN 978-3-89785-563-2Unter welchen Bedingungen sind Ausnahmen vom Folterverbot zulässig? Der Entführungsfall Jakob von Metzler hat eine breite Diskussion über die Legitimität der Androhung und gegebenenfalls Anwendung physischer Gewalt zum Schutz unschuldiger Menschen ausgelöst. Der Autor, Professor für Philosophie an der Universität Osnabrück, greift diese Debatte auf und versucht zu zeigen, dass die Anwendung von Gewalt gegenüber Tatverdächtigen in bestimmten Umstandskonstellationen nicht nur moralisch legitim, sondern auch geboten ist. Zwecks Abgrenzung zum Folterbegriff definiert Trapp mit dem Terminus „selbstverschuldete finale Rettungsbefragung“ (44) Bedingungen für den Zwangsmitteleinsatz. Trapp will seine Position gegen jedwede Einwände behaupten und setzt sich mit allen mehr oder weniger bekannten Begründungen gegen Folter in der Strafverfolgung auseinander. In seiner minutiösen Auflistung der zahlreichen Argumente liegt denn auch der eigentliche Wert des Buches.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.44
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Rainer Trapp: Folter oder selbstverschuldete Rettungsbefragung? Paderborn: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26051-folter-oder-selbstverschuldete-rettungsbefragung_30301, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30301
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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