/ 20.06.2013
Wolfgang R. Langenbucher / Michael Latzer (Hrsg.)
Europäische Öffentlichkeit und medialer Wandel. Eine transdisziplinäre Perspektive
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2006; 419 S.; brosch., 34,90 €; ISBN 978-3-531-14597-6Wer sich mit dem stark diskutierten Thema einer europäischen Öffentlichkeit beschäftigt, sieht sich mit einer Flut an theoretischen und empirischen Arbeiten konfrontiert. Sie liefern zum Teil widersprüchliche Erkenntnisse und führen dazu, dass nicht mehr, sondern weniger Klarheit darüber herrscht, wie die Realität denn nun aussieht und wie eine europäische Öffentlichkeit etabliert werden könnte. Es ist das Verdienst der Autoren, den aktuellen Forschungsstand aus Politik-, Medien- und Kommunikationswissenschaften übersichtlich darzustellen und kritisch zu untersuchen. Vor allem die Beiträge von Friedhelm Neidhardt und Elisabeth Klaus erhellen den theoretischen Diskurs. Neben der Auseinandersetzung mit dem Begriff „europäische Öffentlichkeit“ bietet der Sammelband aktuelle Berichte aus Forschungsprojekten, wobei insbesondere dem verbreiteten Vorwurf, die Medien würden zuwenig und zu kritisch über die EU berichten, entgegengetreten wird. Ein zweiter empirischer Schwerpunkt liegt auf den medialen Strukturbedingungen einer europäischen Öffentlichkeit. Hervorzuheben ist der Beitrag von Hahn, Rosenwerth und Schröder, die mit Hinweis auf das PR-Konzept des „News Managements“ Vorschläge zu einer wirkungsvolleren Öffentlichkeitsarbeit der EU unterbreiten. Im letzten Abschnitt des Buches steht schließlich die Zivilgesellschaft im Mittelpunkt. Interessant ist dabei vor allem die Analyse des Versuchs der Kommission, mittels Onlineforen eine elektronische Öffentlichkeit zu fördern und die Partizipationsmöglichkeiten für einzelne Bürger zu erhöhen. Der Band bietet einen guten Überblick zu Ergebnissen aus Inhalts- und Strukturanalysen der Medien zur Entstehung einer europäischen Öffentlichkeit. Er eignet sich sowohl für Studenten, die sich in das Thema einarbeiten wollen, als auch für Wissenschaftler, die einen aktuellen Überblick zum theoretischen Diskurs sowie zum Forschungsstand suchen.
Dirk Burmester (DB)
Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
Rubrizierung: 3.4 | 2.61 | 2.22 | 2.333
Empfohlene Zitierweise: Dirk Burmester, Rezension zu: Wolfgang R. Langenbucher / Michael Latzer (Hrsg.): Europäische Öffentlichkeit und medialer Wandel. Wiesbaden: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25157-europaeische-oeffentlichkeit-und-medialer-wandel_29123, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29123
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Dr., Politikwissenschaftler, wiss. Angestellter der Freien und Hansestadt Hamburg.
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