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/ 05.06.2013
Anke Fritsch

Europäische Bildungspolitik nach Maastricht - Zwischen Kontinuität und neuen Dimensionen. Eine Untersuchung am Beispiel der Programme ERASMUS/SOKRATES und LEONARDO

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1998 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 353); XXXI, 245 S.; brosch., 79,- DM; ISBN 3-631-32618-1
Diplomarbeit Universität GH Kassel Lehrstuhl Europawissenschaften. - Mit der Entscheidung für die Errichtung eines gemeinsamen Binnenmarktes hat Bildungspolitik auf europäischer Ebene neue, eigenständige Konturen gewonnen. Das drückt sich in der - seit Maastricht - förmlichen Verankerung dieses Politikbereichs im Gemeinschaftsrecht aus, mehr noch aber zeigt es sich an den Funktionen, die der Förderung von Humanressourcen seitdem zugesprochen werden. Eine europäische Bildungspolitik soll nämlich einerseits die Anpassung der Qualifikationsstrukturen dieses Wirtschaftsraums an den sozioökonomischen Wandel - Stichwort: "Informationsgesellschaft" - unterstützten. Andererseits wird erwartet, daß im Zuge einer transnationalen Orientierung von Bildungsmaßnahmen die europäische Integration auch in kultureller Hinsicht ("europäisches Bewußtsein") abgesichert werde. Die Autorin zeichnet in ihrer Studie den Ausbau der europäischen Bildungspolitik nach. Dabei arbeitet sie zum einen die im Zusammenhang mit der Aushandlung des Maastrichter Vertrags eingetretenen Veränderungen heraus (44 ff.), zum anderen konkretisiert sie diese an den gemeinschaftlichen Aktionsprogrammen zur allgemeinen (SOKRATES) bzw. zur beruflichen Bildung (LEONARDO) (106 ff.). Das Interesse der Untersuchung gilt primär der Programm-Dimension, Umsetzungs- wie Wirkungsaspekte bleiben ausgespart; doch durch diese thematische Konzentration ist - vor dem Hintergrund eines sorgfältigen Quellenstudiums - eine sehr informative Studie entstanden. Aus dem Inhalt: 2. Die Entwicklung einer gemeinschaftlichen Bildungspolitik: 2.1 Etappen der europäischen Dimension im Bildungswesen; 2.2 Rechtsgrundlagen und Kompetenzverteilung; 2.3 Die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs; 2.4 Gegenseitige Anerkennung von Diplomen und Berufsbefähigungsnachweisen; 2.5 Europäische Institutionen und deren bildungsrelevante Aufgaben; 2.5.1 Das Europäische Hochschulinstitut; 2.5.2 Das Europäische Zentrum für die Förderung der Berufsbildung; 2.6 Die Bedeutung der bisherigen gemeinschaftlichen Bildungsprogramme; 2.7 Europäische Bezugspunkte der Bildungspolitik Frankreichs; 2.7.1 Rückwirkungen der europäischen Bildungspolitik auf das französische Bildungswesen; 2.7.2 Französische Initiativen. 3. Die europäische Bildungspolitik nach Maastricht: 3.1 Richtungsweisende Reflexionen im Vorfeld von Maastricht; 3.1.1 Das Hochschulmemorandum; 3.1.2 Das Memorandum zum offenen Fernunterricht; 3.1.3 Das Memorandum zur Berufsausbildungspolitik; 3.1.4 Die französische Position zu den neuen Ansätzen und Denkanstößen; 3.2 Neue Kompetenzen durch den Maastrichter Vertrag; 3.2.1 Grundsätzliche Überlegungen 3.2.2 Die vertragliche Neuregelung im Bereich der allgemeinen Bildung nach Artikel 126 EGV; 3.2.3 Die vertragliche Neuregelung im Bereich der beruflichen Bildung nach Artikel 127 EGV; 3.2.4 Internationale Zusammenarbeit; 3.2.5 Die französische Interpretation; 3.2.6 Eingrenzung der gemeinschaftlichen Zuständigkeiten; 3.3 Entwicklungsperspektiven für zukünftige Maßnahmen im Bildungsbereich; 3.3.1 Das Grünbuch zur europäischen Dimension des Bildungswesens; 3.3.2 Das Weißbuch "Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung". 4. Zwischenresümee: 4.1 Die europäische Komponente; 4.2 Die französische Komponente. 5. Die Neustrukturierung der Bildungsprogramme im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung: 5.1 Grundlegende Zielsetzungen; 5.2 Das gemeinschaftliche Aktionsprogramm SOKRATES; 5.2.1 Inhaltliche Strukturen und spezifische Zielsetzungen; 5.2.2 Die Finanzausstattung des Programms; 5.2.3 ERASMUS; 5.2.4 Schulbildung (COMENIUS); 5.2.5 Bereichsübergreifende Maßnahmen; 5.3 Das gemeinschaftliche Aktionsprogramm LEONARDO; 5.3.1 Inhaltliche Strukturen und spezifische Zielsetzungen; 5.3.2 Teilbereich I: Unterstützung bei der Verbesserung der Berufsbildungssysteme und -maßnahmen in den Mitgliedstaaten; 5.3.3 Teilbereich II: Unterstützung bei der Verbesserung der Berufsbildungsmaßnahmen für Unternehmen und Arbeitnehmer, einschließlich der Zusammenarbeit Hochschule-Unternehmen; 5.3.4 Teilbereich III: Unterstützung beim Ausbau der Sprachkenntnisse sowie der Kenntnisse über die Berufsbildung und der Verbreitung von Innovationen im Berufsbildungsbereich; 5.3.5 Teilbereich IV: Flankierende Maßnahmen; 5.3.6 Divergierende Konzepte; 5.3.7 Die Finanzausstattung des Programms; 5.3.8 Zusammenfassende Bewertung; 5.3.9 Prioritäten für das Jahr 1996; 5.4 Die Bedeutung der neuen Bildungsprogramme für Frankreich. 6. Bildungspolitische Perspektiven für das Jahr 2000.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.53.3 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Anke Fritsch: Europäische Bildungspolitik nach Maastricht - Zwischen Kontinuität und neuen Dimensionen. Frankfurt a. M. u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6747-europaeische-bildungspolitik-nach-maastricht---zwischen-kontinuitaet-und-neuen-dimensionen_9086, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9086 Rezension drucken
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