/ 05.06.2013
Hans Arnold
Europa neu denken. Warum und wie weiter Einigung?
Bonn: Bouvier Verlag 1999; 252 S.; geb., 39,80 DM; ISBN 3-416-02817-1Der Publizist und frühere Diplomat Arnold legt mit seiner jüngsten Buchveröffentlichung einen neuen Beitrag zur aktuellen Debatte um die europäische Einigung vor, dessen Titel bereits eine konstruktivere Haltung vermuten läßt als jener seines 1993 erschienenen Buches "Europa am Ende", der die "Auflösung von EG und NATO" zum Gegenstand hatte. Arnold diskutiert nach einer kurzen Einführung in die Geschichte und die wichtigsten Elemente der EG/EU die Auswirkungen der veränderten Rahmenbedingungen seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes für den Fortgang des europäischen Einigungsprozesses. Hierauf aufbauend formuliert er eine Reihe von allgemeinen Bewertungen und Voraussagen, denen sich der Leser gewiß nicht immer anschließen muß, die aber dennoch zu einer fruchtbaren Debatte über das Thema anregen können. Insgesamt werden in der Studie die meisten der im Zentrum der aktuellen Diskussion stehenden Begriffe - wie Erweiterung, Außen- und Sicherheitspolitik sowie Währungsunion - aufgegriffen und erörtert. Das Werk Arnolds, in dem auf den konkreten Nachweis der Einarbeitung von Fachliteratur verzichtet wird, ist im großen und ganzen lesbar geschrieben, was allerdings manchmal durch etwas eigenwillige Formulierungen des Verfassers beeinträchtigt wird, wie zum Beispiel, wenn er von dem "wieder neue[n] alte[n] Großeuropa" (116) oder der "Großeuropäisierung der kleineuropäischen Einigungspolitik" (165) spricht.
Axel Lüdeke (AL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 3.1 | 3.2 | 3.6
Empfohlene Zitierweise: Axel Lüdeke, Rezension zu: Hans Arnold: Europa neu denken. Bonn: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6976-europa-neu-denken_9346, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9346
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Dr., Politikwissenschaftler.
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