/ 20.06.2013
Theresia Theurl
EINE gemeinsame Währung für Europa. 12 Lehren aus der Geschichte
Innsbruck/Wien/Bozen: Studien Verlag 2011 (Geschichte & Ökonomie 1); 351 S.; unveränd. Nachdruck; 34,90 €; ISBN 978-3-7065-5114-4Man denke sich zurück in das Jahr 1992, in dem gerade der Vertrag von Maastricht unterzeichnet wurde, der unter anderem die Einführung einer gemeinsamen Währung für die Europäische Gemeinschaft vorsah. Dies ist der Hintergrund, vor dem die Autorin in jenem Jahr ihr Buch publizierte, das nun in einer bewusst unveränderten Neuauflage noch einmal erscheint. Ihre Überlegungen gelten den Voraussetzungen für das dauerhafte Bestehen von monetären Unionen, die als ein Instrument zur Erhöhung der sozialen Wohlfahrt dienten. Theurl untersucht dafür sechs Beispiele aus dem 19. und den Anfangsjahren des 20. Jahrhunderts: die monetären Unionen in der Schweiz, in Italien und im Deutschen Reich sowie die Deutsch-Österreichische Münzunion zwischen den Staaten des Deutschen Zollvereins, dem Kaiserreich Österreich und Liechtenstein; den lateinischen Münzbund zwischen Frankreich, Schweiz, Belgien, Italien und Griechenland sowie zuletzt die Skandinavische Münzunion zwischen Schweden, Norwegen und Dänemark. Aus diesen historischen Fällen zieht die Autorin sodann zwölf Lehren, die die Aktualität der damaligen Erkenntnisse eindrücklich vorführen. Dazu zählt erstens die „unentrinnbare Verknüpfung einer europäischen Währung mit der Vision Europa und ihrer Gestalt in Form einer Politischen Union“ (337) und zweitens, dass die Beibehaltung der bisherigen politischen Strukturen sowohl „eine Gefahr für die Irreversibilität als auch für die Qualität der europäischen Währung bedeuten“ (337) kann. Zudem ist es für eine dauerhafte Währungsunion wichtig, dass das Geld nicht dem Einfluss der Nationalstaaten unterliegt. Gelinge dies nicht, sei es nötig, die politischen Strukturen zu europäisieren. Es lässt sich festhalten, dass die Autorin zu Recht die Aktualität der Studie für die heutigen Probleme der europäischen Währungsunion hervorhebt. Insofern kann man die unveränderte Neuauflage weiterhin mit Gewinn lesen. Ein ergänzendes Kapitel, das die derzeitigen Probleme aufgreift und in den Kontext der Studie stellt, hätte dem Buch dennoch nicht geschadet. So bleibt es den Lesern überlassen, die aktuellen Bezüge herzustellen, was einem Laien sicherlich nicht so einfach fallen dürfte.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.5
Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Theresia Theurl: EINE gemeinsame Währung für Europa. Innsbruck/Wien/Bozen: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21952-eine-gemeinsame-waehrung-fuer-europa_41491, veröffentlicht am 24.01.2013.
Buch-Nr.: 41491
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Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
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