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/ 11.06.2013
Stephen Eric Bronner

Ein Gerücht über die Juden. Die "Protokolle der Weisen von Zion" und der alltägliche Antisemitismus

Frankfurt a. M.: Propyläen Verlag 1999; 239 S.; geb., 39,90 DM; ISBN 3-549-05780-6
Die Protokolle, einst in gewaltiger Auflage verbreitet, sind heute fast unbekannt. Warum also soll man sich mit ihnen beschäftigen? Der Autor, Politik- und Literaturwissenschaftler an der Rutgers University, beantwortet diese selbstgestellte Frage einerseits mit dem einstmaligen Erfolg, der die Protokolle zu einem der verbreitetsten und fatalsten Schriftstücke in der Ideengeschichte des Antisemitismus werden ließ. Und zum anderen könne man nie wissen, wann der weitgehend eingeschlafene intellektuelle Antisemitismus wieder virulent zu werden drohe. Bronner bemüht sich erfolgreich darum, einen gut lesbaren, essayhaften Stil zu pflegen. Die knappen Anmerkungen stören den Lesefluß nicht, aber der Band besticht gleichwohl durch seine sorgfältige Recherchearbeit. Geschichte und Entstehungsumfeld, Fortgang und Verbreitung der in Rußland erfolgten Fälschung der angeblich jüdischen Geheimdokumente werden minutiös und fesselnd beschrieben. Im Anhang (188-213) werden Auszüge aus den Protokollen wiedergegeben. Inhaltsübersicht: Der Text im Kontext; Die Geschichte einer Fälschung; Die Nachricht verbreitet sich; Das Erbe der Lüge.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.232.25 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Stephen Eric Bronner: Ein Gerücht über die Juden. Frankfurt a. M.: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10723-ein-geruecht-ueber-die-juden_12677, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12677 Rezension drucken
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