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/ 19.06.2013
Joseph H. H. Weiler

Ein christliches Europa. Erkundungsgänge. Übersetzt von Franz Reimer. Mit einem Vorwort von Ernst-Wolfgang Böckenförde

Salzburg: Verlag Anton Pustet 2004 (transformation); 165 S.; kart., 9,90 €; ISBN 3-7025-0493-1
Das Christentum, so eine Ausgangsthese des Autors in diesem Essay, gehört selbstverständlich zur Identität Europas und somit auch in die europäische Verfassung. Weiler betont, „dass ein Bezug auf Gott oder das Christentum nicht nur verfassungsrechtlich akzeptabel, sondern unverzichtbar ist" (20). Dies sei so, weil Verfassungen - in der Regel deren Präambeln - auch als eine Art Depot für Werte, Ideale und Symbole fungierten. Er macht deutlich, dass ein Staat in dieser Frage nicht „neutral" sei, wenn er die laizistische Option wählt. Als gelungenes Beispiel einer ausgewogenen Lösung erwähnt Weiler die Präambel der neuen polnischen Verfassung. Er setzt sich auch mit dem vielfach beschworenen „Demokratiedefizit" in der EU auseinander. Höchst luzide diagnostiziert er eine Entwicklung zum politischen Konsumismus anstelle der Partizipation. Er sieht die Gefahr einer „Ergebnisdemokratie", in der der Erfolg Legitimität schaffe - ähnlich wie vor mehr als 2000 Jahren im Athen des Perikles.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 3.12.23 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Joseph H. H. Weiler: Ein christliches Europa. Salzburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21361-ein-christliches-europa_24931, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24931 Rezension drucken
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