/ 06.06.2013
Dirk Meyer (Hrsg.)
Die Zukunft der Währungsunion. Chancen und Risiken des Euros
Berlin: Lit 2013 (Wirtschaft aktuell); II, 312 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 978-3-643-11918-6Wohin bewegt sich Europa? Was sollte getan werden, um das supranationale Staatengebilde und den damit verbundenen Währungsraum auf kommende Herausforderungen vorzubereiten? Diesen Fragen widmen sich die Autoren des Sammelbandes, die in 17 Beiträgen historische, ordnungspolitische, ökonomische, und juristische Facetten der europäischen Währung vor dem Hintergrund der noch immer andauernden Finanzkrise erläutern. Auf die Historie der gemeinsamen Währung gehen unter anderem Helmut Schmidt und Vaclav Klaus ein. Vor allem Schmidt plädiert leidenschaftlich für die Notwendigkeit des Euros, einerseits um die „Einbettung“ (16) Deutschlands in die Europäische Union sicherzustellen und andererseits die Bedeutung Europas „für die Welt“ (13) aufrechtzuerhalten. So betont Schmidt, wie wichtig es ist, Deutschland in die EU einzubinden, um hierzulande ein erneutes Aufkeimen des Nationalismus zu verhindern. Weiterhin sieht er die Lösung des Problems des drohenden politischen und ökonomischen Bedeutungsverlustes Europas in den kommenden Jahrzehnten in einer verstärkten Integration und Zusammenarbeit der europäischen Nationalstaaten. Dazu gehören auch die Sicherung und der Ausbau der europäischen Währung. Im Gegensatz dazu steht der Beitrag von Hans-Olaf Henkel, in dem er die Europäische Union mit einem internationalen Konzern vergleicht. Er kritisiert die Tatsache, dass sich „ein ganzer Kontinent den Bedürfnissen einer Währungsunion“ (250) unterordnet und gibt drei Empfehlungen, um diesen Mangel zu beheben. Er fordert erstens „mehr Dezentralisierung“ (250), zweitens mehr nationalstaatliche „Eigenverantwortung“ (253) und drittens „mehr Wettbewerb“ (255). Henkel bewertet den Euro nach anfänglicher Euphorie kritisch und verdeutlicht immer wieder die ökonomischen Nachteile einer Politik des „Augen zu und durch“ (258). Die beiden exemplarisch beschriebenen Artikel verweisen auf die Bandbreite des Buches. Neben Befürwortern kommen auch Skeptiker der gemeinsamen Währung zu Wort. Dabei verstehen sich alle Autoren als überzeugte Europäer, die das Beste für die weitere Entwicklung des Kontinents wollen. Der Sammelband bietet eine breite Diskussionsgrundlage und ist vor allem für Politikwissenschaftler zu empfehlen, die sich schwerpunktmäßig mit Fragen der europäischen Integration beschäftigen. Die Beiträge sind klar strukturiert und leicht verständlich.
Marko Jakob (MJ)
Dr., MBA.
Rubrizierung: 3.5 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Marko Jakob, Rezension zu: Dirk Meyer (Hrsg.): Die Zukunft der Währungsunion. Berlin: 2013, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9196-die-zukunft-der-waehrungsunion_43348, veröffentlicht am 07.02.2013.
Buch-Nr.: 43348
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Dr., MBA.
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