/ 05.06.2013
Mechtild Oechsle / Birgit Geissler (Hrsg.)
Die ungleiche Gleichheit. Junge Frauen und der Wandel im Geschlechterverhältnis
Opladen: Leske + Budrich 1998 (Geschlecht und Gesellschaft 14); 282 S.; kart., 39,- DM; ISBN 3-8100-2156-3Der Band enthält die Vorträge, die im Rahmen einer Tagung im Zentrum für interdisziplinäre Forschung an der Universität Bielefeld 1997 gehalten wurden. Gemeinhin werden Fragen nach dem Geschlechterverhältnis auf der einen Seite mit radikaler Gleichheit und voller Teilhabe der jungen Frauen beantwortet. Auf der anderen Seite werden die Vorstellung von Arbeit und Lebensplanung kritisiert, welche dieser virtuellen Gleichheit zu Grunde liegen. Auf dieser Basis und mit Hilfe erweiterter modernisierungstheoretischer Ansätze beleuchten die Referentinnen und Referenten die thematischen Schwerpunkte des Bandes: Adoleszenz, Verhältnis von Familie und Beruf sowie Lebensführung nach Gleichheit oder Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Alle Beiträge konstatieren "ein erhebliches Beharrungsvermögen der Strukturen geschlechtsspezifischer Ungleichheit, während Lebensentwürfe und Lebensführung der jüngeren Frauen Gleichheit voraussetzen" (23). Leider sind die Beiträge stark soziologisch orientiert und greifen in ihren politikwissenschaftlichen Implikationen zu kurz.
Inhalt: Mechtild Oechsle / Birgit Geissler: Die ungleiche Gleichheit. Zur widersprüchlichen Modernisierung weiblicher Lebensführung (9-24). I. Widersprüchliche Lernprozesse in Kindheit und Adoleszenz: Carol Hagemann-White: Identität - Beruf - Geschlecht (27-41); Karin Flaake: Weibliche Adoleszenz - Neue Möglichkeiten, alte Fallen? Widersprüche und Ambivalenzen in der Lebenssituation und den Orientierungen junger Frauen (43-65); Doris Lemmermöhle: Geschlechter(un)gleichheiten und Schule (67-86); Marlies Hempel: Lebensentwürfe von Mädchen und Jungen in Ostdeutschland (87-105). II. Berufsarbeit und Familie: Dilemma oder gelungene Konstruktion?: Birgit Geissler: Hierarchie und Differenz. Die (Un-)Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die soziale Konstruktion der Geschlechterhierarchie im Beruf (109-130); Angelika Tölke: Beruflich erfolgreich durch Ehe und Familie? Der Zusammenhang von Lebensform und Berufskarriere (131-150); Irene Dölling: Transformation und Biographien: "Selbstverständlichkeiten" im biographischen Konzept junger ostdeutscher Frauen (151-162). III. 'Weibliche' und 'männliche' Leitbilder und Strategien der Lebensführung: Angelika Diezinger / Maria S. Rerrich: Die Modernisierung der Fürsorglichkeit in der alltäglichen Lebensführung junger Frauen: Neuerfindung des Altbekannten? (165-183); Mechtild Oechsle: Ungelöste Widersprüche: Leitbilder für die Lebensführung von Frauen (185-200); Carmen Leccardi: Biographische Zeitperspektive und Lebensplanung junger Frauen (201-216); Norbert F. Schneider / Harald Rost: Von Wandel keine Spur - warum ist Erziehungsurlaub weiblich? (217-236); Michael Meuser: Gefährdete Sicherheiten und pragmatische Arrangements. Lebenszusammenhänge und Orientierungsmuster junger Männer (237-255). IV. Perspektiven: Sigrid Metz-Göckel: Mikropolitik in den Geschlechterbeziehungen: Selbstvertrauen, Anerkennung, Anerkennung und Entwertung (259-279).
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 2.36
Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Mechtild Oechsle / Birgit Geissler (Hrsg.): Die ungleiche Gleichheit. Opladen: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7472-die-ungleiche-gleichheit_9957, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9957
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M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
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