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/ 05.06.2013
Manfred Prisching

Die McGesellschaft. In der Gesellschaft der Individuen

Graz/Wien/Köln: Verlag Styria 1999; 191 S.; 2. Aufl.; geb., 34,- DM; ISBN 3-222-13003-5
Der Grazer Soziologe setzt sich in dieser Essay-Sammlung mit unterschiedlichen alltagsnahen Aspekten des Individualisierungsprozesses auseinander. Die Darstellung zielt ausdrücklich auf ein breiteres Publikum. Das zeigt sich einerseits an der um Anschaulichkeit bemühten Formulierung, andererseits an dem Verzicht auf systematische Ansprüche. Dem Leser sollen vielmehr "sozialwissenschaftliche Miniaturen" (7) geboten werden, die auch Raum lassen für polemische Pointierungen. Mit Titel und Untertitel will der Autor die gegenläufigen Tendenzen von Individualisierungsprozessen markieren: zum einen die "fast foodisierung aller Lebensbereiche" (8), zum anderen die unverkennbare Zunahme individueller Optionen (9 f.). Die thematischen Beispiele beziehen sich auf Entwicklungen im mitteleuropäischen Raum, primär auf Österreich und Deutschland (169). Auch wenn Prisching eine belehrende Attitüde vermeiden möchte (7 f.), ist doch eine bestimmte "Färbung" seiner Stellungnahmen unübersehbar; etwa in der Forderung, Eliten sollten sich politischen Tugenden verpflichtet fühlen (42 f.), oder in dem Statement, die Gesellschaft leide an zu viel "Zeitgeistigkeit" (19). Bei den Essays handelt es sich um Überarbeitungen von Artikeln, "die in den letzten Jahren in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften gedruckt worden sind" (8). Inhalt: Einleitung. Verwirrungen und Klärungen; Allgemeinbildung. Das Verschwinden des Selbstverständlichen; Beschäftigung. Auf dem Weg zum globalen Arbeitsmarkt; Elite. Über Solidarität und Ungleichheit; Erlebnis. Beliebigkeit als Gesellschaftsfundament?; Europa. Das Besondere und das Allgemeine; Familie. Erosion und Etikettenschwindel; Identität. Das Basteln von Zugehörigkeiten; Machbarkeit. Politische Gestaltung und Verzweiflung; Medien. Die Illusionen der Illusionsfabrikanten; Multikultur. Die Vereinbarkeit des Unvereinbaren?; Parteien. Die Unverzichtbarkeit der Dinosaurier; Politik. Zwischen Autismus und Postmoderne; Religion. Blühende Vielfalt im Unsichtbaren; Risiko. Die Verwissenschaftlichung von Ängsten; Solidarität. Sanierungsarbeiten in der Großgesellschaft; Sozialstaat. Die Kalkulierbarkeit des Mitleids; Stadt. Der Verlust der Lebensräume; Wähler. Die vergebliche Suche nach dem Staatsbürger; Wertwandel. Über imaginäre Postmaterialisten; Wissenschaft. Im Zirkus der Mandarine; Zukunft. Kein Ende der Geschichte.
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22.23 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Manfred Prisching: Die McGesellschaft. Graz/Wien/Köln: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8639-die-mcgesellschaft_11371, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11371 Rezension drucken
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