/ 21.06.2013
Michael März
Die Machtprobe 1975. Wie RAF und Bewegung 2. Juni den Staat erpressten
Leipzig: Forum Verlag Leipzig 2007; 216 S.; brosch., 16,80 €; ISBN 978-3-931801-22-9Geschichtswiss. Magisterarbeit Jena; Gutachter: H. Timmermann. – Wie soll der Staat reagieren, wenn einige seiner Bürger in die Hände erpresserischer Terroristen geraten? Sollte er den Entführern mit Härte begegnen oder nachgeben und Lösegeld zahlen? Unter dieser Fragestellung untersucht März die Entführung von Peter Lorenz und die Geiselnahme in der westdeutschen Botschaft in Stockholm im Jahre 1975. Darüber hinaus stellt der Autor den Linksterrorismus im Deutschland der 70er-Jahre insgesamt dar. März ordnet das Wechselspiel aus terroristischen Aktionen der Gruppen 2. Juni und RAF sowie die Gegenmaßnahmen des herausgeforderten Rechtsstaates in einen Zyklus der Gewalt ein. Die Lorenz-Entführung und die Botschaftsbesetzung in Stockholm seien Teil eines versuchten Befreiungsschlages aus der defensiven Position gewesen, in der sich die terroristischen Organisationen zu diesem Zeitpunkt befanden. Während sich diese beiden Offensivaktionen an die Gründungsphase des Linksterrorismus angeschlossen hätten, seien sie zugleich Vorläufer des Höhepunktes von Auseinandersetzungen im Jahr 1977 gewesen, so der Autor.
Jost Wübbeke (JW)
Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.37 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Jost Wübbeke, Rezension zu: Michael März: Die Machtprobe 1975. Leipzig: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28532-die-machtprobe-1975_33620, veröffentlicht am 25.04.2008.
Buch-Nr.: 33620
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Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
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