Skip to main content
/ 18.06.2013
George P. Fletcher

Die kollektive Schuld

Basel: Schwabe & Co. AG 2003 (Jacob Burckhardt-Gespräche auf Castelen 15); 31 S.; brosch., 10,- €; ISBN 3-7965-1951-2
In diesem schmalen Band diskutiert Fletcher aus vornehmlich philosophischer Perspektive, inwieweit sich der Begriff der Schuld nicht nur auf das Individuum, sondern auch auf Kollektive anwenden lässt, wenn man voraussetzt, dass nur Individuen handeln und Schuldgefühle empfinden können. Dabei legt der Autor unter Berufung auf Karl Jaspers dar, dass sich eine solche kollektive Schuld durchaus begründen lässt. Zentral sei hierfür der Begriff der Solidarität mit der Gruppe, zu der der Einzelne gehöre. Dennoch könnten nur Menschen, nicht jedoch abstrakte Einheiten wie beispielsweise Unternehmen schuldig sein, da Letztere nicht über die Fähigkeit verfügten, Schuldgefühle zu empfinden. Der Text dokumentiert einen Vortrag des Autors im Rahmen der genannten Gesprächsreihe.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.44 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: George P. Fletcher: Die kollektive Schuld Basel: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18034-die-kollektive-schuld_20816, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20816 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA