/ 17.06.2013
Esther Bettina Neunreither
Die Interessenvertretung der Regionen bei der Europäischen Union. Deutsche Länder, spanische Autonome Gemeinschaften und französische Regionen
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2001 (Beiträge zur Politikwissenschaft 79); 213 S.; 37,84 €; ISBN 3-631-37560-3Politikwiss. Diss Heidelberg; Gutachter: K. von Beyme, A. Murswieck. - Die Untersuchungen zur regionalen Beteiligung am Meinungsbildungs- und Entscheidungsfindungsprozess der Europäischen Union haben sich seit dem Beginn der 90er-Jahre zu einem der Schwerpunkte der Europaforschung herauskristallisiert. In ihrer komparativ angelegten Studie zu diesen Beteiligungsmöglichkeiten und -rechten der "dritten Ebene" untersucht Neunreither die bundesdeutschen Länder, die spanischen Comunidades Autónomas und die französischen Regionen. Dabei stehen nicht so sehr die in den Verfassungen Deutschlands, Spaniens und Frankreichs garantierten beziehungsweise nicht garantierten Mitwirkungsmöglichkeiten im Vordergrund, als vielmehr das Lobbying beziehungsweise die "Antennenfunktion" der regionalen Büros in Brüssel - um nur einige ihrer Funktionen anzuführen. Die Autorin hat hierzu eine Reihe von Experteninterviews führen können.
Inhaltsübersicht: I. Theoretische Überlegungen zur Interessenvertretung der Regionen bei der EU: 1. Grundbegriffe der regionalen Diskussion; 2. Klassifikation der Regionalstrukturen; 3. Integrationstheoretische und methodische Überlegungen zur regionalen Interessenvertretung; 4. Systematisierung regionaler Interessenvertretung bei der EU. II. Rahmenbedingungen regionaler Interessenvertretung bei der EU: 1. Die regionale Dimension in den Gemeinschaftsverträgen; 2. Begründung für die Einbeziehung der regionalen Dimension in die Gemeinschaftspolitiken; 3. Policy-making bei der EU aus der Sicht der Regionen. III. Ressourcen der deutschen Länder, spanischen Autonomen Gemeinschaften und französischen Regionen: 1. Die deutschen Länder: zwischen kooperativem Föderalismus und Politikverflechtung; 2. Die spanischen Autonomen Gemeinschaften auf dem Weg zum Föderalismus; 3. Die französischen Regionen: Abschied vom Unitarismus? IV. Die indirekte Interessenvertretung der Regionen: Einflussnahme der deutschen Länder, spanischen Autonomen Gemeinschaften und französischen Regionen auf die Europapolitik des Mitgliedstaates: 1. Grundzüge des europapolitischen policy making in der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Spanien; 2. Die deutschen Länder: von Beobachtern zu Mitgestaltern der Europapolitik; 3. Die Autonomen Gemeinschaften: zähes Ringen um Beteiligung; 4. Die französischen Regionen: Mandatskumulation und Seilschaften als "Ersatzföderalismus"? V. Die direkte Interessenvertretung der Regionen: 1. Formelle direkte Interessenvertretung; 2. Informelle direkte Interessenvertretung: Regionales "Lobbying".
Stefan Gänzle (GÄ)
Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 3.4 | 3.7
Empfohlene Zitierweise: Stefan Gänzle, Rezension zu: Esther Bettina Neunreither: Die Interessenvertretung der Regionen bei der Europäischen Union. Frankfurt a. M. u. a.: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15771-die-interessenvertretung-der-regionen-bei-der-europaeischen-union_17993, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 17993
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Politikwissenschaftler.
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