/ 18.06.2013
Thomas Meyer
Die Identität Europas. Der EU eine Seele?
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2004 (edition suhrkamp 2355); 239 S.; 10,- €; ISBN 3-518-12355-6Der Entwurf einer Verfassung durch den Europäischen Konvent hat gezeigt, wie schwierig es ist, Elemente einer gemeinsamen europäischen Kultur - z. B. Christlichkeit - zu benennen. Ist die EU ohne ein solches Fundament überlebensfähig? Meyer geht davon aus, dass eine Identität „Bedingung stabiler Demokratie und ihre ernsteste Bedrohung zugleich" ist (9). Aus vielerlei Perspektiven versucht er, diejenige Identität zu finden, die nicht zugleich ihr eigenes Grab schaufelt. Die Lösung sieht er in der Unterscheidung vieler kultureller Identitäten Europas und einer politischen Identität der EU. Im Ergebnis fordert Meyer eine politische Identität als „das Bewußtsein der Gemeinsamkeit verbindlichen Entscheidungshandelns" (229). Im Übrigen sei die politische europäische Identität von einer auf universalistischen Grundwerten stehenden Freiheitlichkeit geprägt.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 3.1
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Thomas Meyer: Die Identität Europas. Frankfurt a. M.: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20110-die-identitaet-europas_23422, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23422
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Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
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