/ 05.06.2013
Marcus Höreth
Die Europäische Union im Legitimationstrilemma. Zur Rechtfertigung des Regierens jenseits der Staatlichkeit
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1999 (Schriften des Zentrum für Europäische Integrationsforschung 10); 387 S.; geb., 128,- DM; ISBN 3-7890-5625-1Die Studie geht ausführlich der Frage nach, "wie in Europa zukünftig ein legitimes und verantwortliches Regieren jenseits der Staatlichkeit ermöglicht werden könnte" (11). Der Autor will mit ihr einen genuin politikwissenschaftlichen, kritisch-systematischen Beitrag zur europäischen Verfassungsdebatte leisten, der sich nicht den Entwurf eines eigenen Modells, sondern "das Aufdecken und Beseitigen von Irrtümern, die den verschiedenen Reformvorschlägen inhärent sind" (19), zum Ziel setzt. Die Studie stellt somit vor allem auch eine kritische Bestandsaufnahme der Reformliteratur dar. Höreths zentrale These ist die vom "Legitimationsdreieck des Regierens im europäischen Mehrebenensystem" (323). Idealtypisch leite sich die Legitimität des politischen Systems der Europäischen Union über drei Stränge her: Partizipation, wie im Europäischen Parlament gewährleistet; Effizienz und Gemeinwohldienlichkeit; Rückkopplung an die Mitgliedstaaten. Die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Faktoren dieser drei Dimensionen verdichten dieses Dreieck zum behaupteten Trilemma und machen letztlich - so die zugespitzt formulierte These - die Debatte um legitimitätssteigernde Reformen zu einem Nullsummenspiel.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 3.2 | 3.1
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Marcus Höreth: Die Europäische Union im Legitimationstrilemma. Baden-Baden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8334-die-europaeische-union-im-legitimationstrilemma_10994, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10994
Rezension drucken
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
CC-BY-NC-SA