/ 03.06.2013
Christine Morgenroth
Die engagierte Frau. Frauen und Interessenorganisationen
Münster: Westfälisches Dampfboot 1996; 242 S.; 38,- DM; ISBN 3-929586-73-8Am Beispiel gewerkschaftlich organisierter Frauen untersucht Morgenroth aus feministisch-subjekttheoretischer Sicht aktuelle Lebensentwürfe und Identitätsmuster berufstätiger Frauen. Darüber hinaus gilt das Interesse der Autorin den Erwartungen dieser Frauen an Gewerkschaften, der Vertretung ihrer Interessen vor dem Hintergrund objektiv bestehender beruflicher Benachteiligungen sowie der nach wie vor hauptsächlich von Frauen ausgetragenen Vereinbarkeitsproblematik von Familie und Beruf. Morgenroth kommt zu dem Ergebnis, daß Frauen - auch wenn sie faktisch durch ihre starke Berufsorientierung die bestehenden geschlechtsspezifischen Rollenzuschreibungen in Frage stellen - gleichwohl die Hierarchie des Geschlechterverhältnisses nicht als ein Politikum betrachten, sondern vielmehr als einzelne ihre Wünsche und Interessen zu verfolgen suchen. Diese Individualisierung des kollektiven Problems der Integration zweier widerstreitender Bereiche - Familie und Beruf - wird durch die traditionalistische und androzentrische Politik der Gewerkschaften unterstützt.
Julia Schmidt-Häuer (JSH)
Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
Rubrizierung: 2.27 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Julia Schmidt-Häuer, Rezension zu: Christine Morgenroth: Die engagierte Frau. Münster: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/1148-die-engagierte-frau_1157, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 1157
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Dr., Referentin im wissenschaftlichen Dienst der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Bremen.
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