Skip to main content
/ 05.06.2013
Kai Eicker-Wolf / Ralf Käpernick / Torsten Niechoj / Sabine Reiner / Jens Weiß (Hrsg.)

Die arbeitslose Gesellschaft und ihr Sozialstaat

Marburg: Metropolis-Verlag 1998; 328 S.; 44,- DM; ISBN 3-89518-184-6
Der Band geht auf eine 1997 in Marburg veranstaltete Tagung "Zur Pathologie der Politischen Ökonomie am Ende der Vollbeschäftigung" zurück. Dieser Titel ist Programm; so geht es den AutorInnen um die doppelte Auseinandersetzung mit den Sozialpathologien eines Wirtschaftssystems, das Vollbeschäftigung nur in Ausnahmesituation zuzulassen scheint einerseits und andererseits mit den unzureichenden Erklärungen von Arbeitslosigkeit, die neo-klassische oder keynesianische Theorien anbieten. Zwei Themenkreise stehen dabei im Mittelpunkt: kritische Erörterungen makroökonomischer Konzeptionen zum einen und zum anderen Reflexionen der Konsequenzen des "Ende[s] der Vollbeschäftigungsgesellschaft" (Vobruba) für die sozialstaatlichen Institutionen. Gegenüber etablierten ökonomischen Theorien profilieren sich die AutorInnen mit dem - Politikwissenschaftler gewiß überzeugenden - Argument, deren entscheidendes Manko bestehe in der ungenügenden Berücksichtigung der Bedeutung von Macht, Institutionen und Interessen. Mit Blick auf den zweiten Themenkomplex votieren die meisten Beiträge für Reformoptionen, die - orientiert am Modell einer generellen Grundsicherung - an den beiden strukturellen Defiziten der sozialen Sicherung ansetzen: dem Äquivalenzprinzip und der Fixierung der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung. Aus dem Inhalt: Georg Vobruba: Ende der Vollbeschäftigungsgesellschaft (21-51); Torsten Niechoj / Jens Weiß: Effizienz durch Demokratie. Eine Politische Ökonomik der Regulierung (53-93); Arne Heise / Jürgen Kromphardt / Jan Priewe: Alternative Konzeptionen der makroökonomischen Politik im Spannungsfeld von Arbeitslosigkeit, Globalisierung und hoher Staatsverschuldung (95-136); Jan Priewe: Persistente Arbeitslosigkeit in Deutschland - neoklassische versus keynesianische Erklärungen und Politikoptionen (137-170); Kai Eicker-Wolf / Sabine Reiner: Bevölkerungsentwicklung, technischer Fortschritt und Arbeitslosigkeit - zu Theorie und bundesrepublikanischer Empirie (171-200); Gerd Hardach: Der Generationenvertrag in der Arbeitsmarktkrise (201-234); Stephan Lessenich: Die Strategie der Schnecke: Soziale Sicherung nach der Vollbeschäftigung (235-247); Ute Klammer: Reformbedarf und Reformoptionen der sozialen Sicherung vor dem Hintergrund der "Erosion des Normalarbeitsverhältnisses" (249-287); Diana Auth: Sozialpolitik als Arbeitszeitpolitik (289-326).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.3422.2622.22 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Kai Eicker-Wolf / Ralf Käpernick / Torsten Niechoj / Sabine Reiner / Jens Weiß (Hrsg.): Die arbeitslose Gesellschaft und ihr Sozialstaat Marburg: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6895-die-arbeitslose-gesellschaft-und-ihr-sozialstaat_9243, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9243 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA