/ 21.06.2013
Isabelle Kürschner
Den Männern überlassen wir's nicht! Erfolgreiche Frauen in der CSU
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009; 255 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-4811-5Diss. Eichstätt-Ingolstadt; Gutachter: K. Stüwe, I. Reichart-Dreyer. – Im Vergleich zu anderen Parteien verfügt die CSU sowohl unter den Mitgliedern als auch unter den Funktions- und Mandatsträgern über den geringsten Frauenanteil. In den eigentlichen Machtgremien wie den Ausschüssen des Bayrischen Landtages und der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag sind Frauen gar nicht vertreten. Nach Ansicht der Autorin ist dies ein verheerendes Signal, für das sich weitere Beispiele finden lassen. So war in Ansbach, dem größten Landkreis Bayerns, unter 70 für die Kommunalwahl nominierten Personen keine einzige Frau. Zudem sind nach dem Rücktritt der Fürther Landrätin Gabriele Pauli auch die 46 bayrischen Landtagsposten wieder zu 100 Prozent von Männern besetzt. Diese Ausgangslage lege nahe, so Kürschner, dass Frauen in der CSU mit einer extrem männlich codierten Umgebung konfrontiert seien. Den Hintergrund dafür vermutet sie in der konservativen Grundausrichtung der Partei, in der Frauen über keine politische Tradition verfügten und die in der Öffentlichkeit immer noch als reines Männerbündnis wahrgenommen werde. Sie kritisiert, dass die Rahmenbedingungen des politischen Engagements in der CSU in Bezug auf Strukturen, Arbeitsweisen und personelle Attraktivität Männern entgegenkämen, Frauen aber abschreckten. Darüber hinaus lehne die CSU Fördermaßnahmen für eine stärkere weibliche Beteiligung ab. Kürschner analysiert nun die Karrierewege der wenigen Frauen, die es trotzdem geschafft haben. Sie untersucht, welcher Frau es auf welche Weise gelingt, sich im Rekrutierungsprozess der CSU erfolgreich durchzusetzen und welche Erfahrungen die CSU-Politikerinnen bei ihrem Aufstieg machen. Kürschner stellt fest, dass erfolgreiche CSU-Politikerinnen überdurchschnittlich gut ausgebildet, kinderlos und unverheiratet sind. Darüber hinaus haben sie bereits in jungen Jahren mit der Parteiarbeit begonnen, zunächst aber keine politische Karriere geplant und sind dann zu einer Kandidatur aufgefordert worden. Die Autorin leistet mit ihrer Studie Pionierarbeit auf dem Gebiet der Geschlechterforschung.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.36 | 2.331
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Isabelle Kürschner: Den Männern überlassen wir's nicht! Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31514-den-maennern-ueberlassen-wirs-nicht_37518, veröffentlicht am 28.01.2010.
Buch-Nr.: 37518
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Politikwissenschaftlerin.
CC-BY-NC-SA