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/ 11.06.2013
Suzanne Franks

Das Märchen von der Gleichheit. Frauen, Männer und die Zukunft der Arbeit. Aus dem Englischen von Ingrid Fischer-Schreiber

Stuttgart: Deutsche Verlags-Anstalt 1999; 318 S.; brosch., 39,80 DM; ISBN 3-421-05312-X
Die Autorin schildert – in populärwissenschaftlicher Manier, aber durchaus gestützt auf die Ergebnisse aktueller Studien – die nach wie vor frappierende Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Dramaturgisch geschickt zeigt sie zunächst die objektiv hervorragenden Einstiegschancen von jungen Frauen auf, die durch gute Leistungen in Schule und Ausbildung sowie eine mittlerweile sehr hohe Präsenz an den Universitäten gute Bedingungen für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn mit sich bringen. Franks zufolge ist nicht der Berufseinstieg das Problem, sondern ein frühzeitiger Berufsausstieg, der durch im weiteren Sinne frauenfeindliche Strukturen bedingt ist. Zu diesen Strukturen gehören "weiche" Faktoren, etwa ein "Sich-fremd-Fühlen" in "Männerwelten", ebenso wie "harte" Faktoren, beispielsweise mangelhafte Mutterschutzregelungen. Zudem trifft die in den 80er-Jahren einsetzende "Tendenz [...], daß immer weniger Menschen immer mehr Arbeit verrichteten und gleichzeitig die Arbeit als Faktor, der den sozialen Status bestimmt, wichtiger wurde als je zuvor" (89), die Frauen besonders stark. Dies liegt sowohl an dem relativ hohen Stellenwert, den Frauen der Familie beimessen als auch an der erschreckend geringen Bereitschaft von Männern, sich an der familiären Arbeit zu beteiligen. Sind die Partner der Frauen nicht bereit, diesen den "Rücken freizuhalten", so wie die "traditionelle" Ehefrau ihrem Mann den Rücken freihält, so müssen berufstätige Frauen sich demnach entscheiden, ob sie ihre Karriere weiterverfolgen wollen, oder ob sie einen Karriereknick oder –abbruch zu Gunsten von Kindern in Kauf nehmen wollen. Arbeitsmarktstrukturen und Anforderungen an aufstiegswillige MitarbeiterInnen machen es dabei weder Frauen noch Männern einfach, Karriere und Familie zu vereinbaren. Auch Teilzeitarbeit oder berufliche Pausen lassen eine spätere Karriere kaum zu. Eine Lösung sieht die Autorin in einer höheren Bewertung von Betreuungsarbeit und in einer Neuaufteilung der einer Familie zur Verfügung stehenden Zeit. "Die Alternative besteht darin, Berufstätigkeit und Kinderbetreuung in das Leben eines Paares zu integrieren, statt eine strikte Trennung beider Bereiche hinzunehmen, weil sie das höchstmögliche Einkommen garantiert." (285) Inhalt: 1. Hohe Erwartungen; 2. Gefahr in Verzug; 3. Was geschieht mit der Arbeit?; 4. Zu Hause nichts Neues; 5. Die Männer bleiben dran; 6. Die Freiheit zu wählen – aber was?; 7. Das schwarze Loch der Politik
Christine Rosenbrock (CR)
Rubrizierung: 2.272.262 Empfohlene Zitierweise: Christine Rosenbrock, Rezension zu: Suzanne Franks: Das Märchen von der Gleichheit. Stuttgart: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9289-das-maerchen-von-der-gleichheit_11872, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 11872 Rezension drucken
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