/ 11.06.2013
Karl-Ulrich Gelberg (Bearb.)
Das Kabinett Ehard I. 21. Dezember 1946 bis 20. September 1947
München: R. Oldenbourg Verlag 2000 (Die Protokolle des Bayerischen Ministerrats 1945-1954); CLVIII, 816 S.; 178,- DM; ISBN 3-486-56413-7Nach den Kabinetten Schäffer und Hoegner betrat mit dem Kabinett Ehard die nach dem Krieg erste aus freien Wahlen hervorgegangene Regierung die politische Bühne Bayerns. Aus den Landtagswahlen war die CSU mit 52,3 % der Stimmen als Siegerin hervorgegangen und verfügte mit 104 Mandaten im Landtag über die absolute Mehrheit. Allerdings war die CSU stark zerstritten, so daß eine Spaltung nicht gänzlich ausgeschlossen wurde. Ehard, der weder dem Hundhammer- noch dem Müller-Flügel zuzurechnen war, trat an die Spitze einer Koalitionsregierung aus CSU, SPD und WAV. Obwohl diese Regierung anfangs eher abgelehnt wurde, war Ehard neun Monate nach seiner Wahl, als die SPD aus der Koalition austrat und das 1. Kabinett Ehard endete, in der CSU als Ministerpräsident nun unumstritten. Und falls die SPD mit ihrem Austritt auf eine Spaltung der CSU spekuliert hatte, so ging diese Rechnung nicht auf, die Parteiflügel hatten sich vielmehr einander angenähert. "Die Schwerpunkte der [...] Regierung Ehard I waren weitgehend dieselben wie diejenigen der beiden vorangegangenen Kabinette. Wenn man eine Prioritätenliste aufstellt, die gleichermaßen der Bedeutung der Themen wie dem Anteil entspricht, den sie in den Beratungen des Ministerrats einnahmen, rangierten in der ersten Kategorie das Verhältnis zur Militärregierung, die Entnazifizierung, der Wiederaufbau der Staatsverwaltung, die Flüchtlingsproblematik und die Lebensmittel- und Energieversorgung. Neu hinzu traten zu dieser Gruppe von Schwerpunkt/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 das Verhältnis zum Landtag und die Positionsbestimmung Bayerns im Rahmen des Länderrats und zunehmend auf der Ebene der Bizone sowie damit verbunden das Bemühen, den Föderalismus als Gestaltungsprinzip einer künftigen verfassungspolitischen Struktur Deutschlands zu etablieren." (CXI)
Inhalt: I. Quellenlage; II. Die Bayerische Staatsregierung: 1. Die Wahl Ehards zum Ministerpräsidenten; 2. Die Bildung des Kabinetts; 3. Die Mitglieder des Kabinetts; 4. Der Bruch der Koalition. III. Schwerpunkte der Regierungstätigkeit: Verzeichnis der Protokolle und Tagesordnungspunkte; Ministerratsprotokolle Nr. 1-33 (1-738); Quellen- und Literaturverzeichnis (739-768).
Heinz-Werner Höffken (Hö)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.325 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Karl-Ulrich Gelberg (Bearb.): Das Kabinett Ehard I. München: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10648-das-kabinett-ehard-i_12592, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12592
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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