/ 20.06.2013
Ulrich Baßeler / Markus Heintzen / Lutz Kruschwitz (Hrsg.)
Arbeitslosigkeit. Ringvorlesung der Fachbereiche Rechts- und Wirtschaftswissenschaft der Freien Universität Berlin im Sommersemester 2004
Berlin: Duncker & Humblot 2005 (Schriften zum Sozial- und Arbeitsrecht 241); 183 S.; 59,80 €; ISBN 3-428-11590-2„Arbeitslosigkeit scheint in erster Linie ein Problem von fehlendem politischem Veränderungswillen zu sein“ (10), so die Herausgeber. Die Berechtigung dieser Zuspitzung zeigt sich in den Einzelanalysen. Thematisiert wird u. a. die Pflicht des Staates, die Rechtsordnung beschäftigungsfreundlich zu gestalten. Das Ziel müsse sein, so Joachim Wieland, Rechtswissenschaftler in Frankfurt a. M., „den Erhalt oder die Schaffung von Arbeitsplätzen zumindest nicht als hinderlich für die Gewinnerzielung“ (26) erscheinen zu lassen. Warum sich die Arbeitslosigkeit seit Jahren auf einem hohen Niveau bewegt, zeigen die Daten darüber, wer arbeitslos ist – im Verhältnis mehr Menschen im Osten als im Westen und insgesamt vor allem Geringqualifizierte. Eine Schlussfolgerung ist, dieser strukturell bedingten Arbeitslosigkeit mit einer besseren Aus- und Weiterbildung zu begegnen. Nur so könnten auch die Verluste von Arbeitsplätzen aufgefangen werden, die ins Ausland abwanderten. Die Autoren verweisen darauf, dass eine Alternative meist nicht der Erhalt der Arbeitsplätze im Inland wäre, sondern die Schließung des Betriebes. Eine Verlagerung habe aber oft auch positive Effekte, z. B. wenn die dann importierten Güter weiterverarbeitet werden. Zudem werde insgesamt mehr ex- als importiert. Deutschland lässt sich also nicht als ein Verlierer der Globalisierung darstellen. Zwar verändere sich mit dieser die Struktur der Arbeitsnachfrage in Deutschland, so Wolfgang Roth von der Europäischen Investitionsbank. Die Globalisierung selbst sei keine Ursache der Arbeitslosigkeit. Die Politik müsse, so das Fazit der Autoren, die Arbeitskosten von den Sozialabgaben entlasten, mehr Kinderbetreuung anbieten, die Ausbildung verbessern und für eine Zuwanderung qualifizierter Arbeitnehmer sorgen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.342
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Ulrich Baßeler / Markus Heintzen / Lutz Kruschwitz (Hrsg.): Arbeitslosigkeit. Berlin: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24252-arbeitslosigkeit_27949, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27949
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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