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/ 21.06.2013
Tamara Ehs

Hans Kelsen und politische Bildung im modernen Staat. Vorträge in der Wiener Volksbildung. Schriften zu Kritikfähigkeit und Rationalismus

Wien: Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung 2007 (Schriftenreihe des Hans Kelsen-Instituts 29); IX, 172 S.; brosch., 34,80 €; ISBN 978-3-214-07675-7
Hans Kelsen, in der Politikwissenschaft trotz eines neu erwachten Interesses an seiner Person als Demokratietheoretiker noch immer als politikflüchtiger Rechtspositivist und Relativist verkannt, erscheint hier in weitgehend unbekannter Gestalt als politischer Pädagoge. Von 1910 bis 1923 beteiligte er sich regelmäßig an der Wiener Volksbildung, sah er doch in der Befähigung von Bürgern zur Politik die wesentliche Voraussetzung für eine gelebte demokratische Republik. Inhaltlich lehrte Kelsen, dem der Unterricht auch zur Verbesserung der eigenen finanziellen Situation diente, vor allem Allgemeine Staatslehre, Klassiker der (demokratischen) Ideengeschichte sowie allgemeines und österreichisches Staatsrecht. Das Verdienst der Arbeit liegt in der Rekonstruktion des Zusammenhangs von Kelsens pädagogischer Arbeit mit seinen politik- und rechtstheoretischen Überzeugungen, die im Rahmen der Demokratietheorie interpretiert werden. Nichts wäre demnach irriger, in ihm einen „Zeloten eines blinden Normativismus“ (Carl Schmitt) zu sehen.
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Rubrizierung: 5.462.4 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Tamara Ehs: Hans Kelsen und politische Bildung im modernen Staat. Wien: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28339-hans-kelsen-und-politische-bildung-im-modernen-staat_33363, veröffentlicht am 02.04.2008. Buch-Nr.: 33363 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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