/ 21.06.2013
Birgit Aschmann (Hrsg.)
Gefühl und Kalkül. Der Einfluss von Emotionen auf die Politik des 19. und 20. Jahrhunderts
Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2005 (Historische Mitteilungen 62); 239 S.; kart., 49,- €; ISBN 978-3-515-08804-6Auf der Suche nach den treibenden Kräften in der Geschichte wurden die Emotionen lange übersehen. Aber lassen sich politische Entscheidungen ausschließlich als Resultate sozioökonomischer Zwänge verstehen? Sind manche Entschlüsse nicht einfach „irrational“? In Fallbeispielen aus der internationalen Geschichte wird das Verhältnis von Interessen und Emotionen ausgelotet und die Bedeutung der Gefühle in den Blick genommen. Beschleunigte das verletzte Ehrgefühl den Ausbruch des Krieges von 1870 oder die Einkreisungsangst den Ersten Weltkrieg? Wie kam es zur Kommunistenphobie in Amerika? War die Freundschaft zwischen Kohl und Gorbatschow eine Voraussetzung für die Wiedervereinigung? Welchen Anteil haben Hass und Liebe an der Entwicklung von Nationalismus und internationalem Terror? Historiker, Politik-, Islam-, und Medienwissenschaftler kommen in den hier versammelten zehn Aufsätzen allesamt zu dem Ergebnis: Gefühl und Kalkül sind eng miteinander verknüpft und daher gemeinsam zu berücksichtigen, wenn politisches Handeln verständlich werden soll. Die Beiträge des Sammelbandes gehen auf Vorträge bei einer Jahrestagung der Ranke-Gesellschaft, Vereinigung für Geschichte im öffentlichen Leben e.V. zurück, die vom 30. Oktober bis 1. November 2003 im Augustinerkloster Erfurt stattfand.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.2 | 2.25 | 2.312 | 2.311 | 2.64 | 2.35 | 3.1 | 2.315 | 2.24 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Birgit Aschmann (Hrsg.): Gefühl und Kalkül. Stuttgart: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26165-gefuehl-und-kalkuel_30439, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 30439
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M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
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