/ 21.06.2013
Martin Quack
Ziviler Friedensdienst. Exemplarische Wirkungsanalysen
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009 (Globale Gesellschaft und internationale Beziehungen); 469 S.; brosch., 49,90 €; ISBN 978-3-531-17021-3Politikwiss. Diss. Köln; Gutachter: T. Jäger, T. Evers. – Der Wirksamkeit und Transparenz von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) wird von den hier tätigen Institutionen eine hohe Bedeutung beigemessen. Daher sind Wirkungsanalysen ein wichtiges Mittel, um den Beitrag von EZ-Projekten zur Erreichung entwicklungspolitischer Ziele zu ermitteln. Dies gilt auch für die relativ neue Institution des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), die darauf abzielt, eine Gewaltmilderung in Konfliktgebieten zu erreichen und lokale Akteure bei dieser Aufgabe zu unterstützen. Im Bereich des ZFDs gibt es eine Vielzahl von Handlungsfeldern, von denen verschiedene Wirkungstypen abgeleitet werden können. Allerdings fehlte bisher ein fundierter theoretischer Analyserahmen, der für eine solche Wirkungsanalyse genutzt werden könnte. Genau diese Forschungslücke schließt Quack und stellt dabei drei konkrete Fragen: 1. Welche Wirkungen hat der ZFD? 2. Wie können Wirkungen des ZFDs analysiert werden? 3. Welche Perspektiven des ZFDs lassen sich daraus ableiten? Um diese Fragen beantworten zu können, untersucht der Autor verschiedene Modelle und Konzepte von Wirkungsanalysen einerseits sowie die erwünschten Ziele des ZFDs andererseits und entwickelt auf dieser Basis ein Verfahren zur Wirkungsanalyse von ZFD-Projekten. Dieses Untersuchungsmodell wendet er dann anhand zweier Projekte in Serbien und Palästina/Israel praktisch an. Er kommt zu dem Ergebnis, dass sich trotz methodischer Probleme Wirkungen auf der Mikroebene nachweisen lassen. Ein solcher Nachweis für die Makroebene dagegen ist nicht möglich, womit der Autor überhöhte politische Ansprüche zurückweisen muss. Trotzdem plädiert er insgesamt für eine Stärkung des ZFDs und spricht sich für dessen konzeptionelle Weiterentwicklung aus. Die Lektüre dieser wissenschaftlich fundierten und sehr detailreichen Studie empfiehlt sich besonders für Sozialwissenschaftler, die sich mit der Evaluation von EZ-Projekten und insbesondere der zivilen Konfliktbearbeitung eingehend beschäftigen.
Sabine Schulze (SAB)
M. A., Afrikanistin und Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.41 | 4.21 | 4.44 | 2.61 | 2.63
Empfohlene Zitierweise: Sabine Schulze, Rezension zu: Martin Quack: Ziviler Friedensdienst. Wiesbaden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31722-ziviler-friedensdienst_37798, veröffentlicht am 28.01.2010.
Buch-Nr.: 37798
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M. A., Afrikanistin und Politikwissenschaftlerin.
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