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/ 22.06.2013
Helmuth Hartmeyer

Von Rosen und Thujen. Globales Lernen in Erfahrung bringen

Münster u. a.: Waxmann Verlag 2012 (Erziehungswissenschaft und Weltgesellschaft 5); 150 S.; brosch., 22,90 €; ISBN 978-3-8309-2809-6
Es handelt sich nicht um ein gewöhnliches wissenschaftliches Buch, sondern um eine Vielfalt an unterschiedlichen Text‑Typen, beispielsweise um die Wiedergabe von Gesprächen, die Schilderung persönlicher Erlebnisse, um Aphorismen und sogar um Gedichte, die die wissenschaftlichen Texte bereichern. Die Besonderheit des Blickwinkels drückt sich schon im Titel aus: Die beiden Pflanzen versinnbildlichen dem Autor zufolge Bildung in besonderem Maße, wobei Rosen für Vielfalt, Ästhetik sowie Freiheit und Thujen für Beständigkeit, aber auch Monotonie und Begrenzung stehen. Im Zentrum dieser unterschiedlichen Beitragsformen befindet sich das Bildungskonzept Globales Lernen. Dessen Ziel ist es, die Menschen auf das Leben in einer Weltgesellschaft vorzubereiten, dabei geht es um „die globale Einbettung und Vernetzung von Anliegen und Fragestellungen und Suche nach Lösungen hin zu Ausgleich und Gerechtigkeit“ (9). Das Konzept soll zur „Ermöglichung und Ermächtigung“ (135) beitragen. Im ersten Hauptteil erschließt der Autor verschiedene Zugänge zum Globalen Lernen. Einer besteht zum Beispiel über die Friedenspädagogik, ein anderer über die Entwicklungspolitik. Eine weitere Annäherung an das Globale Lernen liegt in einem kosmopolitischen Zugang. Festgestellt wird außerdem in einem Gespräch mit Hans Göttel, dass das Defizit des Globalen Lernens in einem unpolitischen Denken besteht. Der zweite Hauptteil hat dann zunehmend auch eine politische Dimension, weil an dieser Stelle Strategien erörtert werden, die das Globale Lernen im In‑ und Ausland etablieren sollen. So hat sich etwa in Österreich eine entsprechende Strategiegruppe gegründet, um das Globale Lernen in allen Bildungsbereichen des Landes bekannt zu machen und Empfehlungen – zum Beispiel hinsichtlich der Lehrerausbildung oder der Schul‑ und Kindergartenentwicklung – abzugeben, sodass das Globale Lernen in pädagogischen Konzepten Berücksichtigung findet. Es handelt sich letztlich um eine erziehungswissenschaftliche Arbeit, sodass aus politikwissenschaftlicher Sicht der Ertrag wohl vor allem darin zu sehen ist, wie normative Ziele der Politischen Theorie im Zeitalter der Globalisierung in einem pädagogischen Konzept auf der individuellen Ebene erlernt werden können.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.42.222.234.44 Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Helmuth Hartmeyer: Von Rosen und Thujen. Münster u. a.: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35822-von-rosen-und-thujen_43490, veröffentlicht am 25.04.2013. Buch-Nr.: 43490 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA