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/ 06.06.2013
Karsten Schulz

Linking Land and Soil to Climate Change. The UNCCD in the Context of Global Environmental Governance

Marburg: Tectum Verlag 2011 (Bonner Studien zum globalen Wandel 13); 171 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2732-5
Im Mittelpunkt der Studie steht die Frage, wie die United Nations Convention to Combat Desertification (UNCCD) ihre Politik so ausrichten kann, dass sie die biophysikalischen und entwicklungsbezogenen Aspekte der Desertifikation, Landzerstörung und Dürren erfolgreich in die globale Klimaregulierung integrieren kann. Schulz greift mit dem Thema der Desertifikation ein zentrales Umweltproblem auf, das aus seiner Sicht bisher generell vernachlässigt wurde, und stellt es in den größeren Zusammenhang mit der Thematik des Klimawandels, wobei sich diese beiden Prozesse wechselseitig verstärkten. Die Desertifikation stelle eine große Umweltbedrohung dar, weil natürliche Ressourcen geringer werden und in der Folge eine erhöhte Gefahr für Nahrungsunsicherheiten und Hungersnot bestehe, sodass die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen vor allem in trockenen Regionen gefährdet sei. Die Problematik ende letztlich in einem Teufelskreis, da die aus der Not geborene Übernutzung des Landes zu weiterer Desertifikation führe, wovon dann Armut, Migration und politische Instabilität die Folge sein könnten. Folgerichtig versucht Schulz daher durch einen interdisziplinären Ansatz, der naturwissenschaftliche Kenntnisse genauso wie sozialwissenschaftlichen Studien berücksichtigt, die globale Klimawandelregulierung zu untersuchen, da nur ein integrativer Ansatz, der diese multiplen Probleme gleichzeitig bekämpft, Verbesserung bringen könne. Die UNCCD ist dabei eine Form der Governance der Umweltprobleme, die aus Sicht des Autors jedoch noch nicht genügend in die bisherigen Aushandlungsprozesse des Klimawandels integriert worden sei. Schulz gibt Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen der UNCCD-Politiken und zeigt auf, welche Verbesserungen nötig sind, um die Anstrengungen hin zu einer koordinierten internationalen Herangehensweise zum Klimawandel und Desertifikation erfolgreicher zu machen. Anhand des Fallbeispiels Bioenergiesektor wird zudem verdeutlicht, wie sich die unterschiedlichen sozialen und natürlichen Faktoren gegenseitig beeinflussen.
Jan Achim Richter (JAR)
Dipl.-Politologe, Doktorand, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.34.45 Empfohlene Zitierweise: Jan Achim Richter, Rezension zu: Karsten Schulz: Linking Land and Soil to Climate Change. Marburg: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9171-linking-land-and-soil-to-climate-change_41611, veröffentlicht am 15.03.2012. Buch-Nr.: 41611 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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