/ 12.06.2013
Vivian Wagner
Erinnerungsverwaltung in China. Staatsarchive und Politik in der Volksrepublik
Köln/Weimar/Wien: Böhlau Verlag 2006 (Beiträge zur Geschichtskultur 31); XIII, 747 S.; brosch., 74,90 €; ISBN 978-3-412-31405-7Kulturwiss. Diss. St. Gallen; Gutachter: R. Wagner. – Die Autorin widmet sich dem staatlichen Archivwesen der Volksrepublik China, das sie als „Teilsektor der Erinnerungsverwaltung“ (4) begreift. China blicke auf eine außergewöhnliche Archivtradition zurück, die vor allem durch die Verquickung von Staatspolitik, offizieller Geschichtsschreibung und Archivwesen gekennzeichnet sei, schreibt Wagner. In der Mao-Ära hätten die Archive „als Instrumente des Klassenkampfes“ primär den politischen Interessen der Kommunistischen Partei und bis in die 80er-Jahre als „vertrauliche Institutionen“ gedient, die abgeschottet von der Öffentlichkeit dem Staat und der Partei zuarbeiteten. Trotz ihrer schrittweisen Öffnung und Modernisierung durch die Reformpolitiker unter Deng Xiaoping habe sich gezeigt, dass die politische Führung Chinas nach wie vor die Archive als Schlüsselinstitutionen der Erinnerungslenkung und Legitimitätsschöpfung begreife. Neben zahlreichen Interviews mit Archivaren, Funktionären und Historikern hat Wagner eine Fülle chinesischer Fachliteratur und vertraulicher Materialien ausgewertet. Sie bietet interessante Einblicke in die politische Geschichte der Volksrepublik China.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.68 | 2.21
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Vivian Wagner: Erinnerungsverwaltung in China. Köln/Weimar/Wien: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14325-erinnerungsverwaltung-in-china_29617, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29617
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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