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/ 11.06.2013
Willi Bischof / Irit Neidhardt (Hrsg.)

Wir sind die Guten. Antisemitismus in der radikalen Linken

Münster: Unrast 2000; 188 S.; brosch., 26,80 DM; ISBN 3-89771-400-0
Das Ziel ist sicher löblich: Menschen, die sich als der radikalen Linken zugehörig zu erkennen geben, wollen nicht mehr schlicht davon ausgehen, dass sie die Guten sind, sondern sich mit dem eigenen, latenten Antisemitismus auseinandersetzen. Ob allerdings der Weg zum Ziel führt, ist fraglich. Denn der auch in der Linken konstatierbare Antisemitismus wird kurzerhand auf das noch immer wirksame NS-Erbe zurückgeführt. Kann man so auch beispielsweise den Stalin'schen Judenhass erklären? Dass alles Schlechte bei einem selbst einfach dem ideologischen Gegner zugerechnet wird, lässt den Verdacht aufkommen, dass wir es hier doch mit den Guten zu tun haben - sogar wenn diese ihre Selbstdarstellung in Schülerzeitungsmanier betreiben ... Inhalt: Irit Neidhardt: Bruchstücke (9-10); Willi Bischof: Entdeckungen und Erfahrungen bei dem Versuch, Antisemitismus in den eigenen Kreisen zu enttabuisieren - Fragmente (11-24); Frank Lohscheller: [Bind-ungs-los]-ig-keit. Kontinuitäten im NS-Erziehungsstil (25-53); Tobias Ebbrecht: Autonome Antifa-Politik. Antisemitismus kein Thema? (55-89); gruppe demontage: Die Linke und ihre Stunde Null. Ein Reisebericht (91-118); Irit Neidhardt: Die radikale Linke, Israel und Palästina. Eine Collage (119-166).
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 2.352.37 Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Willi Bischof / Irit Neidhardt (Hrsg.): Wir sind die Guten. Münster: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10691-wir-sind-die-guten_12642, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12642 Rezension drucken
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