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/ 05.06.2013
Rolf Hackenbroch

Verbände und Massenmedien. Öffentlichkeitsarbeit und ihre Resonanz in den Medien

Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag 1998 (DUV: Sozialwissenschaft); VIII, 233 S.; brosch., 52,- DM; ISBN 3-8244-4288-4
Diss. FU Berlin; Erstgutachter: H.-D. Klingemann. - Vor dem Hintergrund einer abnehmenden Bindungskraft der Verbände gegenüber ihren Mitgliedern und gesteigerten Anforderungen, in der Bevölkerung Unterstützung für die verbandlichen Ziele zu finden, untersucht Hackenbroch vor allem zwei Aspekte: Ist verbandliche Öffentlichkeitsarbeit eine erfolgversprechende Strategie, um massenmediale Präsenz zu erlangen? Und von welchen Spezifika hängt die Ausgestaltung der Öffentlichkeitsarbeit eines Verbandes ab? Zur Beantwortung dieser Fragen legt Hackenbroch eigenes empirisches Material vor, das im Rahmen des Projekts "Vergleichende Wahlstudie 1990" unter der Leitung von Max Kaase u. a. (123) durchgeführt wurde. Im Zeitraum zwischen September und Dezember 1990 hat der Autor Inhaltsanalysen der Pressemitteilungen und Pressekonferenzen von zwölf Verbänden analysiert sowie parallel verschiedene Tageszeitungen ausgewertet. Unter den zwölf Verbänden sind drei Arbeitgeberverbände, fünf Gewerkschaften, zwei Umweltschutzverbände sowie die evangelische und die katholische Kirche. Im Ergebnis bestätigen sich Hackenbrochs Hypothesen. Verbandliche Öffentlichkeitsarbeit ist zum einen auf innerverbandliche, zum anderen auf externe Wirkung ausgerichtet. Art und Intensität der Öffentlichkeitsarbeit werden von allgemeinen und spezifischen Determinanten bestimmt. Letztere sind die Mitgliederentwicklung, die Zugangschance zum Regierungssystem, der Status der Tarifautonomie und die finanziellen Ressourcen eines Verbandes. So konnte der Autor einen signifikanten Zusammenhang zwischen Verbänden mit negativer Mitgliederentwicklung und ihrer auf Mitgliedererhalt bzw. -rekrutierung ausgerichteten Öffentlichkeitsarbeit feststellen. Im zweiten Teil der Arbeit bestätigt sich anhand des empirischen Materials ebenfalls die Grundannahme, daß die Verbände, die eine intensive Medienarbeit betreiben und zudem einen hohen Status aufweisen, in den Massenmedien eine höhere Resonanz erzielen. Aus dem Inhalt: 3. Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden: 3.1 Zur theoretischen Funktionsbestimmung der Öffentlichkeitsarbeit; 3.2 Empirische Bestimmung der Determinanten verbandlicher Öffentlichkeitsarbeit; 3.3 Empirische Ergebnisse zur Öffentlichkeitsarbeit der Verbände. 4. Resonanz der Verbände in den Massenmedien: 4.1 Theoretische Ansätze zum Zustandekommen der Medienagenda; 4.2 Hypothesen zur Resonanz der Verbände in den Massenmedien; 4.3 Empirische Ergebnisse zur Resonanz der Verbände in den Massenmedien.
Stefan Lembke (SL)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 2.3312.333 Empfohlene Zitierweise: Stefan Lembke, Rezension zu: Rolf Hackenbroch: Verbände und Massenmedien. Wiesbaden: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6994-verbaende-und-massenmedien_9369, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 9369 Rezension drucken
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