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/ 21.06.2013
Florian D. Pfaff

Totschlag im Amt. Wie der Friede verraten wurde

Wassertrüdingen: HWK Verlag 2008; 204 S.; 29,80 €; ISBN 978-3-937245-03-4
Der Autor fühlt sich als Friedensfreund und Christ dem Leitbild des Staatsbürgers in Uniform verpflichtet. Als Offizier der Bundeswehr weigerte er sich im März 2003, an der logistischen Unterstützung des amerikanischen Angriffs gegen den Irak mitzuwirken. Die Konsequenzen dieser Haltung – Degradierung, Untersuchung in einer psychiatrischen Klinik der Bundeswehr und Gerichtsverfahren – bilden den Hintergrund für dieses Buch. Pfaff befürchtet, dass im Zusammenhang mit einer Umorientierung der Außen- und Sicherheitspolitik auch das absolute Verbot von Angriffskriegen fällt bzw. relativiert werden könnte. Die Beispiele des Krieges gegen den Irak oder Bombardierungen mithilfe deutscher Piloten 1999 zu Beginn des Jugoslawienkriegs deuteten das bereits an, so Pfaff. Im Kontext dieses Wandels sieht der Autor auch seinen eigenen Fall als eine relative Abkehr vom Prinzip der Inneren Führung der Bundeswehr. Fundamentale Kritik könne mit erheblichem Druck einhergehen. Die Schilderung der bundeswehrinternen Ermittlungen gegen ihn sowie der folgenden Gerichtsverfahren zu seiner Rehabilitierung illustrieren das besondere Spannungsverhältnis, in dem auch eine so demokratische Armee wie die Bundeswehr steht.
Timo Lüth (TIL)
Student, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.324 Empfohlene Zitierweise: Timo Lüth, Rezension zu: Florian D. Pfaff: Totschlag im Amt. Wassertrüdingen: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29314-totschlag-im-amt_34677, veröffentlicht am 29.07.2008. Buch-Nr.: 34677 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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