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/ 04.06.2013
Wolfgang Wippermann

Totalitarismustheorien. Die Entwicklung der Diskussion von den Anfängen bis heute

Darmstadt: Primus Verlag 1997; 127 S.; kart., 29,80 DM; ISBN 3-89678-053-0
Das Buch informiert auf knappem Raum über die Geschichte der Totalitarismustheorie, wobei es erstens sein Verdienst ist, auf in vergleichbaren Werken bisher weniger berücksichtigte Strömungen und Entwicklungen hinzuweisen und zweitens den allerjüngsten Gang der Debatte bereits zu rezipieren. Der erstgenannte Punkt bezieht sich auf Wippermanns erhellende Darstellung der "literarischen Totalitarismustheorien" bei Autoren wie Orwell, Koestler oder Semprún sowie auf die durch den "Gulag-Schock" ausgelöste verspätete Rezeption der Totalitarismustheorie in Frankreich, der zweite Punkt insbesondere auf die gegenwärtige Renaissance des von Eric Voegelin bereits in den späten dreißiger Jahren entwickelten Konzeptes der Totalitarismen als "politische Religionen". So ist Wippermanns Buch auch für denjenigen gewinnbringend, der mit der Thematik bereits vertraut ist und sich einen Überblick über neue Entwicklungen und entsprechende Literatur verschaffen will. Der diesbezügliche Wert des Buches wird nicht dadurch geschmälert, daß Wippermann seinen eigenen kritischen Standpunkt gegenüber der Totalitarismuskonzeption deutlich formuliert, obgleich seine Kritik in vielen Punkten unangemessen scheint. Doch darüber kann man streiten.
Michael Henkel (MH)
Priv.-Doz. DR., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.255.41 Empfohlene Zitierweise: Michael Henkel, Rezension zu: Wolfgang Wippermann: Totalitarismustheorien. Darmstadt: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3940-totalitarismustheorien_5604, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 5604 Rezension drucken
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