/ 17.06.2013
Andreas Ahammer / Stephan Nachtigall
5 plus 1. Wehrpflicht der Zukunft im Gesellschaftsdienst
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009; 159 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-4710-1Ahammer und Nachtigall waren als Grundwehrdienstleistende Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Bundeswehrverbandes, die, wie der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages im Vorwort ausführt, 2007 im Wege einer von ihnen initiierten öffentlichen Petition eine Erhöhung des Wehrsoldes forderten und auch erreichten. Sie stellen in diesem Buch ein innovatives Modell zur Anpassung der Allgemeinen Wehrpflicht an die heutigen gesellschaftlichen und sicherheitspolitischen Gegebenheiten vor, um diese zukunftsfähig für Staat und Gesellschaft zu machen und den für den Dienst gemusterten jungen Männern berufliche Förderungsmöglichkeiten zu geben. Die beiden zentralen Elemente dieses Modells sind der Grundwehrdienst „5 plus 1", der in den „Gesellschaftsdienst“ (39) eingebettet wäre. Er müsste bereits in der Schule ansetzen und Jugendliche für die verschiedenen Dienste sensibilisieren. Das vorgeschlagene Konzept würde ein komplett neu gegliedertes System schaffen. Der wichtigste Bestandteil des Modells ist die Verkürzung des Wehrdienstes auf sechs Monate: fünf Monate Grundwehrdienst bei der Bundeswehr sowie ein Monat berufsfördernde Maßnahmen. Das Ziel der Verkürzung der Dienstzeit um drei Monate ist es, mehr „Dienstgerechtigkeit“ (15) durch höhere Einberufungszahlen zu erreichen. Es ließen sich Kosten in Höhe von knapp 57 Millionen Euro einsparen und rund 25.000 junge Männer mehr einberufen. Die zentrale Ausbildung würde in dafür eigens aufgestellten Ausbildungsregimenten nahe Ballungszentren erfolgen. Alle Soldaten würden die gleiche Ausbildung durchlaufen. Die Bundeswehr würde sich dann nur noch aus Bewerbern mit erfolgreich abgeschlossener Grundausbildung rekrutieren. Ausbildungsinhalte aus den Bereichen des Sanitätsdienstes und des Katastrophenschutzes sollten intensiver als bisher vermittelt werden. Am Ende der Dienstzeit stünden berufsfördernde Maßnahmen, um „der Fürsorgepflicht des Dienstgebers“ (16) und der Arbeitsmarktkrise Rechnung zu tragen. Diese Verknüpfung des Dienstes mit der Arbeitsplatzsicherung soll dazu dienen, dass Wehrdienstleistende künftig einen Mehrwert beim Ableisten ihres Dienstes erlangen und der Wehrdienst in der Gesellschaft mehr Anerkennung findet.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32 | 2.324
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Andreas Ahammer / Stephan Nachtigall: 5 plus 1. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/14832-5-plus-1_37148, veröffentlicht am 08.12.2009.
Buch-Nr.: 37148
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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